Cry_Wolf

So, der Imagefilm wächst und gedeiht…naja jedenfalls so mehr oder weniger. Der Kontakt zur Theaterakademie Köln funktioniert relativ reibungslos, aber die Gruppe tut sich noch schwer mit Drehplan und Kalkulation. Das Konzept steht aber zumindest. Und zwar verfolgen wir eine Art 3-Akt-Struktur; wir beginnen in einem leeren Theater, eine einsame Person streicht gedankenversunken über die Sitze, besteigt schließlich die Bühne… Von da wollen wir übergehen zu den *räusper* “wunderschönen” Räumlichkeiten der Akademie, lassen die Dozenten zu Wort kommen, präsentieren Bilder aus dem Kursangebot, dem Alltag, den Prüfungen, des Jubiläums. Apropos Jubiläum: Anlässlich des 10jährigen Bestehens wird am 12.05. ab 19Uhr eine Gala gegeben. Natürlich ist unser Team auch vor Ort um die Lage zu sondieren, die ein -oder andere heiße Szene zu drehen und natürlich das kalte Buffet auszuchecken. Also werf ich mich jetzt schon mit Freuden in meinen Anzug, den Abendgaderobe ist Pflicht! Aber zurück zum Thema: Der beschriebene Mittelteil verfolgt eine ganz eigene Dramaturgie, er stellt das Aufbäumen, die Vorbereitung, das Arbeiten für den großen Moment, den großen Auftritt da, d.h. das Tempo beschleunigt sich innerhalb dieses Teils…und auf dem Höhepunkt angekommen, durchschreiten wir eine Tür und laden auf der Bühne vor einem tosenden Publikum. Geblendet von den Spots, verbeugt sich die erste Garde der Akademie, wir in Rückenansicht dabei, das Licht fällt ganz durch, fade to white, Logoeinblendung…und als Krönung spricht niemand geringeres als Justus Jonas von den DREI FRAGEZEICHEN den Slogan: “Theaterakademie Köln – Hier spielt die Zukunft”. Klingt gut? Na ja, alles noch ziemlich in der Schwebe…und ne andere Gruppe hat Bruce Willies als Sprecher…schade, der wär auch ganz nett gewesen.

Jedenfalls ist im Moment richtig Stress angesagt. Tausend Drehgenehmigungen müssen eingeholt werden, das Theater muss angemietet, das Equipment muss gecheckt werden. Und Freitag bedarf es einer Präsentation vor den 4 Unternehmensleitern. Und nebenher sollen wir dann noch Referate und Fotoprojekte für andere Kurse entwickeln…ganz zu schweigen, dass wir bereits jetzt die erste Idee für unseren Abschlussfilm aufs Papier bringen sollen.

Und das drängt in der Tat: Jedem ist bewusst, nur 4 Leute werden ihre Filme verwirklichen können, der Rest besetzt (leider, leider) Kamera, Ton und andere Posten. Klingt blöd? Ist es auch. Na ja, jedenfalls muss jetzt dafür gesorgt werden, dass meine Idee gut verkauft wird, damit ich gleich Leute finde, die bereit sind daran mitzuarbeiten. Der Arbeitstitel lautet *trommelwirbel* Crying Wolf. Inspiriert ist der Film, der laut dem aktuellen Wissensstand 20 Minuten lang sein soll, von Rian Johnson’s Regiedebut Brick, welcher eine klassische hardboiled Crimestory an einer High School spielen lässt. Und Film Noir an einem deutschen Gymnasium? Das wär doch mal was! Wenn man dann noch etwas den Zeitgeist berührt, indem man das Ganze anlehnt an die schreckligen Amokläufe, kann man eine spannende Story entwickeln, wobei, das ist mir wohl bewusst, der Grad des guten Geschmacks ein kleiner ist. Schließlich soll die Thematik ganz und gar nicht lächerlich gemacht, noch ohne den nötigen Ernst und Respekt behandelt werden. Ein Quasi-Exposé ist auch fertig, aber das ist mit Vorsicht zu genießen, wir sprechen hier von “vorläufig”! Trotzdem viel Spaß dabei, Kommentare, Ideen, Anregungen, wie immer erwünscht!

Knapp ein Jahr nach dem grausamen Amoklauf am Gutenberg Gymnasium in Erfurt. David Lupino ist ein stiller, von den meisten Mitschülern gemiedener Einzelgänger. Sein Abschluss hängt am seidenen Faden. Nicht ganz unschuldig daran sind diverse Vorkommnisse in seiner Vergangenheit, die ihm diese Einzelgänger-Attitüde und die Missgunst des Direktors eingebracht haben. Doch Davids Duck-dich-weg-Methode wird auf die Probe gestellt, als er erfährt dass zur Jährung des Massakers in Erfurt ein unbekannter Mitschüler einen Amoklauf plant, der alles bis dahin Gesehene in den Schatten stellen soll. Mitschüler, Direktor, Lehrer sogar die Polizei schenken ihm keinen Glauben. Er stellt auf eigene Faust, nur unterstützt von seiner Halbschwester Jessica Nachforschungen an, eine falsche Fährte lässt den jungen Mann jedoch eine Massenpanik auslösen, woraufhin er auf unbestimmte Zeit der Schule verwiesen wird – und sollte er in dieser Zeit auch nur einen Fuss auf das Gelände seiner Lehranstalt setzen, so droht ihm der sofortige Rausschmiss. Schlimmer noch, sein auffälliges Verhalten lässt den Gebrandmarkten selber als potentiellen Amokläufer dastehen. Hat man ihn früher mit Ignoranz gestraft, so bringt man ihm nun nur Feindseligkeit entgegen. Sogar Jessica kann ihm nicht mehr vertrauen und wendet sich von ihm ab. Als David daraufhin trotzdem weitere Nachforschungen anstellt, entdeckt er, dass dieses sorgfältig geplante Massaker weite Kreise zieht…seine alte Gang und sogar der Lehrstuhl haben hier offensichtlich die Finger im Spiel – und er selber ist der auserkorene Sündenbock. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. David bricht nachts in die Schule ein um Beweise zu sammeln und findet etwas, mit dem er am wenigstens gerechnet hätte. Konfrontiert mit seiner Vergangenheit, wird dem jungen Mann das ganze Ausmaß dieser Verschwörung klar, doch bleibt kaum mehr Zeit. Er muss sich entscheiden: Weg gucken und ein Blutbad an seiner Schule in Kauf nehmen oder aber alles auf eine Karte setzen und seinen Rauswurf oder gar sein Leben  riskieren, aber unzählige Leben retten. Er muss erkennen, manchmal ist da mehr als man erst sieht…besonders wenn der Wolf im Schafspelz steckt…

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