Breakdown
In letzter Zeit ist es etwas ruhig rund um die StrayDogs geworden. Das liegt mit Sicherheit nicht daran, dass unser kreativer Workflow abgerissen wäre. Nein, eher eine Verkettung von unglücklichen Wendungen brachte diese Stagnation. Kurz vor Drehbeginn musste das Projekt Where A Truth Lies verschoben werden, vielleicht noch die glücklichste Wendung. Denn kurz vor Oktober gab ohne jede Vorwarnung der StrayDogs-Laptop den Geist auf. Nun ja, nicht komplett, aber zumindest eine von beiden Festplatten und dabei ausgerecht jene, mit Projekten, Drehbüchern, Schauspieleraddressen, etc. Jetzt wird man natürlich sagen: Tja, sicher Backups gemacht oder? Zu meiner Schande muss ich eingestehen: Nein. Für die darauffolgende Woche war der Kauf einer externen HD vorgesehen, um den längst überfälligen Backup durchzuführen. Bad Timing. Sie wurde nur 1 1/2 Jahre alt…armes Ding (an dieser Stelle rate ich jedem ab je wieder ein Produkt bei Fujitsu Siemens zu beziehen! Schon gar keinen Amilo Xi 1546!) Als alle Rettungsversuche fehl schlugen, wurde also ein professionelles Unternehmen zur Rate gezogen. Die Recherche ergab, dass es in dieser Branche mehr schwarze Schafe gibt als in ganz Neuseeland, überteurte Angebote von über 2000 Euro (zzgl. Mehrwertsteuer, klaro) waren keine Seltenheit. Irgendwann, dank verschiedener Empfehlungen fand sich dann ein Unternehmen, dass auch den Geldbeutel schont, nicht nur die Hardware. Sehen wir der Sache ins Auge: Das gesparte Budget für Where A Truth Lies war dennoch futsch. Und auf Ergebnisse warte ich noch immer. Zwar wurde ein physikalischer Defekt an der Schreib/Leseeinheit festgestellt, aber die Analyse geht weiter und eine Öffnung der Festplatte ist unumgänglich. Das führt natürlich, ole ole, Fujitsu Siemens, zum Verlust der noch bestehenden Garantie, obwohl die Platte anschließend wieder versiegelt und gekennzeichnet werden soll. Für gewöhnlich wird das bei Garantieanspruch zugelassen. Nur halt bei einer gewissen, unfreunlichen Kundenberatung eines gewissen Herstellers nicht. ABER: Wäre der Film abgedreht worden, hätte sich das Rohmaterial ebenfalls auf dieser Festplatte befunden und wäre wohlmöglich auf immer verloren gewesen. Tja. Nun heißt es weiter abwarten und hoffen, dass sich die Öffnung lohnt und Daten zu retten sind. 2007 ist beileibe kein rosiges Jahr für uns und es bleibt nur zu hoffen, dass es nächstes Jahr besser läuft.
Leider verschiebt sich die Produktion von Where A Truth Lies durch oben genanntes Problem noch weiter, obwohl bereits die nächsten Projekte anstehen. Dennoch bin ich zuversichtlich, denn aufgeschoben ist nunmal nicht aufgehoben. In Where A Truth Lies steckt eine Menge Herzblut, und dies soll nicht umsonst geflossen sein.
Das Folgeprojekt hört übrigens auf den Arbeitstitel Blaue Linien und wird diesmal KEIN Film noir (!). Mehr wird im Moment aber noch nicht verraten, zumal das Drehbuch ebenfalls auf der zerstörten Festplatte gebunkert war, im Gegensatz zu Where A Truth Lies aber keine gedruckte Version existiert. Die Zukunft steht in den Sternen.
Dennoch, nur Mut. Kommende Woche, am 14.11., feiern die bei der Macromedia entstandenen Imagefilme Premiere im Museum Ludwig. Eine hochkarätige Jury wird dabei den besten Film auspreisen. Desweiteren ist Lehrprojekt II bereits im vollen Gange. Diesmal handelt es sich um eine Studioproduktion, die sich als Persiflage auf Galileo Mystery verstehen will. Mir wird dabei die Ehre zuteil, mit einem Kollegen Regie bei einem Einspieler führen zu dürfen, in denen Simon und Thilo Gosejohann die Hauptrollen spielen werden. Und auch sonst sind wir gut bedient. Zahlreiche studentische Projekte, vor allem im Bereich Film noir, trösten über die momentane Stagnation im Hause StrayDogs Pictures hinweg. Aber der Kampf geht weiter….