Winners & Sinners
Gestern nacht war es also mal wieder soweit: Die begehrten Academy Awards wurden im Kodak Theatre in L.A. unter die Leute gebracht. Eine überwiegend interessante, wenn auch wenig überraschende Show, bei der zwar auf technischer Seite das ein -oder andere durchging (wer auch immer die Sponsorenlogos am Anfang auf dem Gewissen hat, ist heute mit Sicherheit auf Jobsuche), die Stars und Sternchen von Hollywood allerdings glänzen konnten. Ich habe natürlich keine Kosten und Mühen gescheut um Live vor Ort zu berichten und einige Fotos vom roten Teppich zu schießen…hab’s dann aber doch lieber sein lassen und das Ganze nur am heimischen Fernseher verfolgt. Ein strammes Programm von halb 3 bis 6 Uhr morgens, aber immerhin hat es sich gelohnt. Wie zu erwarten hat sich der große Favorit No Country For Old Men der Coen-Brüder durchgesetzt, und zwar direkt in vier Kategorien: Beste Regie, Bester Nebendarsteller (für Javier Bardem), Bestes Drehbuch basierend auf einer Vorlage und natürlich der begehrte Preis für den Besten Film. Damit verwies die etwas andere Geschichte eines psychopathischen Killers und eines alternden Sherrifs den weiteren großen Favoriten There Will Be Blood von Paul Thomas Anderson auf die Plätze, nicht aber ohne diesem den verdienten Preis für den Besten Hauptdarsteller zu überlassen, den sich Daniel Day-Lewis redlich verdient hat. Bei den Damen der Schöpfung ging Cate Blanchett trotz zweifacher Nominierung leer aus. Abtreten musste sie den begehrten Goldjungen an Tilda Swinton in Michael Clayton (Beste Nebendarstellerin), die sichtlich überrascht und gerührt war, sowie an Marion Cottilard für ihre Performance in La Vie En Rose (Beste Hauptdarstellerin).
Da die Oscars in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag feiern, wurde das Programm aufgelockert durch Einspieler, die einen Überblick über die schönsten, ergreifensten und manchmal auch traurigsten Momente der letzten 80 Jahre gaben. Besonders gelungen war die (zwar vom Programm vollkommen deplatzierte) Übersicht über sämtliche Bester Film - Gewinner. Nachdenklich stimmten hingegen die Worte des für sein Lebenswerk mit dem Ehrenoscar ausgezeichneten Robert Boyle, künstlerische Leitung vieler großer Filme wie z.B. North By Northwest, der immerhin 98 Jahre ist und seit 70 im Filmbiz, sowie ein Clip über die im vergangenen Jahr von uns gegangenen Rädchen der Film-Industrie, etwa Größen wie Ingmar Bergmann oder Heath Ledger.
Besonders erfreulich für den deutschen Film ist der Sieg der deutsch-österreichischen Koproduktion Die Fälscher von Stefan Ruzowitzky als Bester ausländischer Film.
Die weiteren Gewinner gibt es folgend kurz und knapp aufgelistet:
Best animated feature film of the year
“Ratatouille” (Walt Disney): Brad Bird
Achievement in art direction
“Sweeney Todd The Demon Barber of Fleet Street” (DreamWorks and Warner Bros., Distributed by DreamWorks/Paramount): Art Direction: Dante Ferretti; Set Decoration: Francesca Lo Schiavo
Achievement in cinematography
“There Will Be Blood” (Paramount Vantage and Miramax): Robert Elswit
Achievement in costume design
“Elizabeth: The Golden Age” (Universal) Alexandra Byrne
Best documentary feature
“Taxi to the Dark Side” (THINKFilm) An X-Ray Production: Alex Gibney and Eva Orner
Best documentary short subject
“Freeheld” A Lieutenant Films Production: Cynthia Wade and Vanessa Roth
Achievement in film editing
“The Bourne Ultimatum” (Universal): Christopher Rouse
Achievement in makeup
“La Vie en Rose” (Picturehouse) Didier Lavergne and Jan Archibald
Achievement in music written for motion pictures (Original score)
“Atonement” (Focus Features) Dario Marianelli
Achievement in music written for motion pictures (Original song)
“Falling Slowly” from “Once” (Fox Searchlight) Music and Lyric by Glen Hansard and: Marketa Irglova
Best animated short film
“Peter & the Wolf” (BreakThru Films) A BreakThru Films/Se-ma-for Studios Production Suzie Templeton and Hugh Welchman
Best live action short film
“Le Mozart des Pickpockets (The Mozart of Pickpockets)” (Premium Films) A Karé Production: Philippe Pollet-Villard
Achievement in sound editing
“The Bourne Ultimatum” (Universal): Karen Baker Landers and Per Hallberg
Achievement in sound mixing
“The Bourne Ultimatum” (Universal) Scott Millan, David Parker and Kirk Francis
Achievement in visual effects
“The Golden Compass” (New Line in association with Ingenious Film Partners): Michael Fink, Bill Westenhofer, Ben Morris and Trevor Wood
Original screenplay
“Juno” (Fox Searchlight), Written by Diablo Cody