Archiv für Juni, 2007

My Best Friend’s Birthday

Posted in Film with tags , , , , , , , , , , , on 18. Juni 2007 by Jarra

Es gibt gewisse Filmereignisse, denen fiebert man Monate entgegen. Es gibt aber auch solche, die gleichen bei Erscheinen einem Feiertag. Im Falle von Grind House, der Co-Produktion von Quentin Tarantino & Robert Rodriguez, könnte man behaupten, Weihnachten und Ostern würden zusammen fallen, so jedenfalls die Erwartungshaltung. Warum darauß letztlich doch nur, feiertagstechnisch, ein Geburtstag geworden ist, soll nun erläutert werden. 

Die 60iger… Grindhouses spriesen in den USA aus dem Boden – Zwei Filme werden dem Publikum präsentiert – Kann sich der Zuschauer mit Trash, Exploitation, Sex und Low-Budget anfreuden, ist er hier genau richtig. Alle anderen machen einen großen Bogen…

So oder so ähnlich verhielt es sich auch mit diesem Projekt. Grind House floppte in den USA, trotz riesiger Fangemeinde der beiden Regisseure. Worauf ist das zurückzuführen? Tatsächlich auf den Old School Style? Oder die Gesamtlänge von über 3 Stunden? Dem will ja der deutsche Verleih bereits entgegenwirken (und doppelt abkassieren) indem er die beiden Segmente Death Proof und Planet Terror mit etwa einem Monat Abstand in die Kinos bringt. Meine Prognose: Schlecht. Zwar wird gemunkelt, die beiden Regisseure arbeiten gerade an einer längeren internationalen Fassung, dennoch zweifle ich daran, ob die Filme einzeln funktionieren.

PLANET TERROR – Rodriguez lässt die Zombies tanzen. Eines Nachts entfliehen auf einer Militärbasis Testobjekte für biologische Kriegsführung und beginnen Opfer im nahegeliegenen Kaff zu schlagen. Soweit, so bekannt. Natürlich sollte man keine Inovationen erwarten, zumal der Film eindeutig als Hommage zu verstehen ist. Nach einer gewissen Vorbereitungzeit und der Einführung einer nicht gerade kleinen Schar von Protagonisten, geht die Zombiemetzelei los. Der coole Wray verliert dabei seine Ex Sherry bei einem Autounfall an die blutlüsternde Meute, diese verliert hingegen ein Bein. Dennoch kann sie gerettet und ins Krankenhaus gebracht werden. Dort kümmert sich das Ärztepaar William und Dakota um sie, die aber Allgemein einiges zu tun haben an diesem Abend, denn zahlreiche Menschen mit ominösen Bisswunden strömen ins Krankenhaus. Als Wray schließlich von der Polizei wegen unerlaubten Waffenbesitzes hochgenommen wird, beginnt der Tanz. Die Gebissenen mutieren zu Zombies, die drohen die ganze Stadt zu überrennen. Wray hat nur ein Ziel: Schnapp‘ dir Sherry und dann nichts wie weg. Dumm nur, wenn zwischen ihm und dem Krankenhaus etwa 1000 lebende Tote stehen.

Man muss sagen, der Film hat Potential. Mega übertrieben blutige Einschüsse, einige härtere Goreeffekte, Ekelmomente, Trash wohin das auche Blickt, Coolness, und über dem ganzen ein Billig-Film-Filter. Zwischendurch reisst schonmal die Vorführfilmrolle (natürlich gewollt) und enthält so dem Zuschauer aber leider die erotischen Szenen vor. Dafür gibts Cameo Auftritte von Quentin Tarantino und Tom Savini.  Alles in allem gelungen, wenn auch kein Überflieger.

DEATH PROOF – Tarantinos außergewöhnlicher Slasherfilm, denn hier ist die Tatwaffe ein Stuntwagen mit 0 auf 100 in 3 Sekunden. Wem Kill Bill seiner Zeit zu wenig Tarantino-Style aufwies, der sei beruhigt, dieses Segment nimmt fast epische Züge an, es wird gelabert bis sich die Balken biegen. Zunächst lernen wir eine Mädchengruppe kennen, aufstrebende Sterne am Firmament Hollywood. Diese wiederrum stoßen in einer Bar, die dem guten Quentin, in einer Nebenrolle, gehört, auf Kurt Russel, alias Stuntman Mike. Nachdem dieser bei den Ladys zunächst abblitzt, macht er sich mit seinem Stundwagen auf die Jagt…sie endet für die Ladys tödlich, für Mike im Krankenhaus. Hier dachte der Regisseur an die Fans, indem er den ultracoolen Sheriff aus Kill Bill und seinem Lieblingssohn Nummer 1, einen Gastauftritt spendiert (den er übrigens auch bei Planet Terror) hat. Nun, da aber noch nicht alle Frauen dieser Welt vernichtet wurden, späht Mike, mit einem frischen Hengst unter dem Allerwertesten, bereits die nächste Mädchenclique aus. Schlecht für ihn nur, dass er sich mit der Inkarnation der Fox Force Five anlegt (hier zu dritt) und aus dem Jäger schnell der Gejagte wird…

Hier sehe ich den kritischen Punkt, die Filme einzeln ins Kino zu bringen, und diesen hier sogar noch zuerst. Death Proof hält sich streng an die Genre-Auflagen, also hirnrissige Story, kreischende Mädchen, plötzliches Ende, austauschbare Opfer, Storywendungen. Aber irgendwie…funktioniert das Ganze nicht reibungslos. Ich meine, als Fan, ja, man hat wieder diesen Tarantino Charme, die ellenlagen Gespräche, diesmal sogar als Hommage an Reservoir Dogs in einem Diner, geile Actionsequenzen, die es nicht nötig haben auf CGI zu setzen (dazu auch ein Joke innerhalb des Films)…dennoch, man hat keine Zeit irgendwie Empathie für einen der Charaktere zu entwickeln, zu schnell ist der Umschwung und dass der supercoole Stuntman Mike so plötzlich Versengeld geben muss und vor Angst wimmert, erscheint unglaubwürdig. Es passt zu dem Trash Charakter, zudem wird man an allen Ecken und Enden mit Anspielungen und Cameos belohnt, aber ob es der Film allein schafft, wage ich zu bezweifeln…

Dennoch, man muss zu dem waghalsigen Projekt sagen: Hut ab! Ohne je selbst ein Grind House besucht zu haben, lässt die Atmosphäre die 60iger, 70iger Jahre wieder aufleben. Der Billig-Film-Stil, Tonschwankungen, Low Budget Trailer inbegriffen. Grade letztere machen noch einen besonderen Reiz aus. Filmgrößen wie Eli Roth, Rob Zombie & Edgar Wright liefern mit Trailern zu Filmen, die nie gedreht werden (abwarten!!), Spass im Sekundentakt. Ob Werewolf Women of the SS, ein fast an Homer Simpson erinnernder Don’t, Machete mit dem allseits bliebten Vorzeigemexikaner Danny Trevo oder der Slasher in bester Halloween – Manier Thanksgiving – Coming home for the Hollydays…In a Bodybag  (vermutlich der einzige Feiertag, der noch nicht in einem Horrorfilm verwurstet wurde) machen einfach nur Spass. Fraglich ob uns in Europa die Trailer durch Trennung der beiden Segmente vorenthalten bleiben. Schade wärs!

Nun ja…also kein Ostern und Weihnachten zusammen. Nach dem Betrachten stellt sich ein kleiner Nachgeschmack ein, der klar macht, es geht hier nicht um deinen Geburtstag, sondern um den eines Freundes…aber immerhin um den des besten Freundes. Augrund von Fanbonus ergibt sich also folgende Wertung:

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Live Fast, Die Young

Posted in Film with tags on 1. Juni 2007 by Jarra

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Wie jeden Monat, gibt es auch diesmal auf StrayDogs Pictures aktuelle Filmbewertungen für den Monat Mai, kurz und bündig, auf den Punkt gebracht.