Archiv für September, 2007

Boogie Nights

Posted in Film with tags , , , on 4. September 2007 by Jarra

Gestern Nacht war’s mir vergönnt vorab den neuen Halloween: Retribution, nun mehr den 9. Film in Folge, anschauen zu dürfen, der inzwischen bereits das quasi 4. Paralleluniversum in der Welt des Michael Myers eröffnet. Darum zunächst mal einen kleinen Überblick.

 

 

Erster Zyklus – Die klassische Serie

 

 

Die klassische Reihe war bis 1995 populär und stellte den offiziellen Canon rund um den Serienpsycho Michael Myers. Dieser ermordet im Ursprungsteil von 1987 als 6 jähriger seine Schwester und fristet von nun an sein Leben in der Irrenanstalt. 15 Jahre später gelingt ihm die Flucht, ausgerechnet am Vorabend zu Halloween, und so kehrt Michael zu seinem liebsten (Schlacht-)Fest nach Haddonfield, seine Heimat, zurück. Letztlich wird er von seinem Seelenklemptner Dr. Sam Loomis gestellt und offenbar erschossen, ehe er Laurie Strode, seinem Hauptopfer, den Garaus machen kann. Doch Michaels Leiche ist unauffindbar. Aufgrund des großen Erfolgs wurde sogleich ’81 ein direktes Sequel nachgeschoben, welches noch in der selben Nacht spielt. Jamie Lee Curtis aka Laurie Strode wird ins Krankenhaus eingeliefert, aber noch hat Michael Myers seinen Blutdurst nicht gestillt. Zum Schluss wird er dann in eine lebende Fackel verwandelt und steht nicht mehr auf. Eigentlich sollte die Serie dort ihr Ende und mit Halloween III: Season of the Witch einen komplett neuen Anfang finden, aber die Fans verlangten mehr. Michael wurde 1988 wiederbelebt, genau wie sein Nemesis Loomis. Aber statt auf Laurie durfte der Maskenmann nun jagt auf ihre Tochter Jamie machen. Michael wird erneut getötet, aber offensichtlich läd seine coole Art zum Nachahmen ein, weshalb Jamie zum Schluss selber zu Maske und Messer greifen darf. Nichtsdestotrotz wurde schnell ein Nachfolger nachgeschoben (1989), und Michael durfte sich wieder fröhlich durch Haddonfield metzeln. Er kommt diesmal etwas mehr in Touch mit seiner Nichte, aber schließlich bekommt keiner von beiden, was er wollte. Ergo: Nachfolger Nummer 5 (und Film 6 überhaupt). Hier wirds langsam so richtig dubios. Nicht nur weil Dimension Films, die ab hier das Ruder übernahmen, gern mehr Gore unters Volk mischen, sondern auch weil in die Backstory unseres Vorzeigekillers nun mytische Ansätze eingeflechtet werden. Demnach tummeln sich muntere Druidenkultanhänger, mysteriöse Männer in Schwarz und natürlich unser Boogie-Man in diesem nicht wirklich abschließenden Film dieses Zyklus. Jamie darf bereits zu Beginn dran glauben, dafür wird ihre Tochter von Tommy Doyle, der kleinen Schreckschraube aus Teil 1 gerettet und dieser nimmt den Kampf dann auf. Offensichtlich erfolgreich, Myers bleibt liegen. Aber nur im offiziellen Ending, im alternativen erwartet Donald Pleasence (zum letzten Mal als Dr. Loomis) eine böse Überraschung. Fragen bleiben offen, egal, Dimension Films braucht frischen Wind um der Franchise neues Leben einzuhauchen.

Alles in allem kann man sagen, dass für viele (vor allem die älteren Semester) dieser Zyklus als offizieller Canon gilt und im Prinzip auch die solideste Horrorkost für Fans enthält, wobei natürlich auch hier die Qualität proportional zur nächst höheren Seriennummer abnimmt.

Halloween – Die Nacht des Grauen (1978) R: John Carpenter 

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Halloween II – Das Grauen kehrt zurück (1981) R: Rick Rosenthal  

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Halloween – Die Rückkehr des Michael Myers (1988) R: Dwight H. Little

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Halloween – Die Rache des Michael Myers (1989) R: D. Othenin-Girad 

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Halloween – Der Fluch des Michael Myers (1995) R: John Chapelle  

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Zweiter Zyklus – Der Tiefschlag

 

Was hat man sich nur dabei gedacht, einen HalloweenFilm ohne Michael Myers zu kreiern? Nicht viel scheinbar, also nicht weiter verwunderlich, dass diese Gurke floppte. Zwar waren Carpenter und Hill  hier ebenfalls noch an Bord in Sachen Story, aber was hier ’82 auf Zeluloid gebannt wurde, spottet jeder Bewertung. Im Prinzip geht es um verhexte Masken, Samhain und keltischen Spuk, aber ist wirklich in keinsterweise der Rede wert. Sollte seinen Namen entzogen bekommen!

Halloween III – Season of the Witch (1989) R: Tommy Lee Wallace   

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Dritter Zyklus – Die Spin-Off – Serie

 

1998 dachte man sich bei Dimension Films, es wär mal wieder ne gute Idee den Boogie Man auf die nächste Generation von Horror Mainstream Fans loszulassen. Mal eben 20 Jahre Continuity über den Haufen geworfen, so getan als hätte es die Teile 4 – 6 nie gegeben, und fertig ist der brandneue Teenie Slasher Marke Scream. Das H20 Universum war geboren. Michael ward nicht mehr gesehen seit nunmehr 20 Jahren und Laurie fristet ein relativ harmloses Dasein als Lehrerin an einer Highschool. Doch siehe da wer sich zum Zwanzigjährigen selbst eingeladen hat – ihr Bruder Michael. Laurie hat inzwischen selbst einen Sohn (gute Idee um Frischfleisch wie Josh Hartnett einzuführen), der fortan mit seiner Clique den Hauptgang für Onkel Myers stellt. Zum Schluss kommt endlich mal jemand auf die Idee dem flennenden Serienkiller den Kopf abzuhacken anstatt immer nur blind wegzurennen – Dennoch, Michael feiert seine Wiederaufersteheung, 2002, diesmal inklusive stylischer Zeitgeisteinflüsse von diversen Reality Shows – ach ja, und nem nervigen Quotenschwarzen namens Busta Rhymes, herrlich. Laurie Strode bekommt endlich bereits zu Anfang ihren gerechten letzten Schlaf verpasst und da bleibt ihrem Bruder natürlich nichts anderes als Star einer neuen Live Show in seinem Elternhaus zu werden und fix ein paar Jugendliche platt zu machen. Auch hier gibt es wieder 2 krass unterschiedliche Enden, aber im Endeffekt wissen wir doch eh: Das Böse stirbt nie.

Halloween – Die Nacht des Grauen (1978) R: John Carpenter 

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Halloween II – Das Grauen kehrt zurück (1981) R: Rick Rosenthal  

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Halloween H20 – 20 Jahre später (1998) R: Steve Miner  

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Halloween: Resurrection (2002) R: Rick Rosenthal 

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Vierter Zyklus – Ein neuer Anfang

 

Lange Zeit rumorte die Gerüchteküche. Es hieß, man wolle zur ursprünglichen Serie zurückkehren, an Teil 6 anschließen… Schließlich lies man den Michael aus dem Sack, Rob Zombie würde auf dem Regiestuhl Platz nehmen und abermals einen Neuanfang wagen, mehr noch, ein Remake des großen Originals versuchen. Als großer Fan des Carpenter-Originals von ’78 war ich natürlich besonders skeptisch, was Rob Zombies Remake-Pläne für den Ursprung meiner Lieblingsslasherserie schlechthin hergeben würden…ich wurde positiv überrascht, streckenweise zumindest. Der Film nimmt sich zunächst viel Zeit für die Vorgeschichte, genaugenommen gut die Hälfte des Films. Michael in jungen Jahren, die Missstände in seiner Familie, Ärger in der Schule, Gewaltausbrüche…alles an der Tagesordnung. Irgendwann ist dann mal das Maß voll und Stiefpapa, Schwester und Freund der Schwester dürfen in einer schaurigen Halloweennacht dran glauben (hauptsächlich weil niemand mit Klein-Michael Bonbons sammeln gehn wollte), nur seine Mom und seine kleine Schwester Laurie lässt er am Leben. Soweit, so bekannt. 11 Monate später hockt Michael immernoch in der Psychatrie, hofft auf seine Freilassung und freundet sich mit Dr. Sam Loomis (hier erstmals Malcom Mcdowell). Als sich seine Hoffnungen aber in Luft auflösen, schnappt er sich ne schön spitze Gabel und verpasst einer Schwester ein paar neue Luftlöcher. Fortan schweigt Michael die nächsten 15 Jahre und bastelt nur noch hübsch gruslige Masken. Seine Mom hat sich inzwischen das Leben genommen, seine Schwester wurde zu Pflegeeltern gegeben. Aus Michael wird ein bulliger, langhaariger Riese um die 2,20m und willkürlich fragt man sich, was wohl passieren würde, wenn man diese Naturgewalt zur Abwechslung mal auf Leatherface aus The Texas Chainsaw Masacre los lassen würde. Die Änhlichkeiten, vor allem auch die Masken die Michael in der Klapse trägt und seine neue wilde Art, sind frapierend. Zufällig, ein Abend vor Halloween, kommt einem Pflegerduo dann mal eben die Idee eine Insassin zu vergewaltigen…und wie könnte es anders sein, natürlich in Michaels Zelle. Sowas. Das stört diesen ja nichtmal weiter, aber als einer der beiden Typen seine wertvollen Masken anpackt, wird er zu Muß verarbeitet. Dem anderen ergehts nicht viel besser und schon ist unser Riesenbaby auf freiem Fuss. Zuhaus angekommen wird erstmal die gute altevertraute Maske und das Küchenmesser ausgepackt, und die Party kann steigen. Ab hier, der Mitte des Films, startet das eigentliche Remake, aber da nur noch gut 50 Minuten Spielzeit bleiben, muss natürlich alles etwas schneller gehen. Entspricht ja auch dem modernen Ton. Logisch auch, dass ein paar mehr Leichen Michaels Weg pflastern als noch im Original – Im Grunde wird aber die selbe Story erzählt. Michael killt ein paar Babysitter auf Abwegen, die ihre Pflichten vernachlässigen und mit ihren Freunden zu Gange sind, nur die gute Laurie, die keinen Stecher hat, bleibt verschont, wird aber immerhin von ihrem großen Bruder verschleppt, aber schließlich von Dr. Loomis gerettet. Ende? Nicht ganz, einmal darf der Boogie Man noch aufstehen – das wird natürlich belohnt mit nem ganzen Haufen blauer Bohnen und was zurückbleibt ist ein offenbar endgültig ruhender Michael Myers, ein bestürzter Sam Loomis, der seinen besten Freund verloren hat und das nagende Gefühl im Hinterkopf, dass das ganze irgendwie eigentlich nicht schlecht, aber doch kein klassischer Halloween – Film war. Man muss jedoch Mr. Zombie zu Gute halten, dass er im Großen und Ganzen versucht hat, dem Original treu zu bleiben, dennoch war es dort gerade die Ruhe, die man sich ließ, bis Michael endlich zuschlug, die den Nervenkitzeln ausmachten, während er hier wie die Axt oder besser Kettensäge durch den Wald pflügt. Die Nähe zum Terrorfilm à la Texas Chainsaw Masacre ist eindeutig…Halloween: Retribution schlägt die Richtung Terror-Slasher ein. Auf seine Art ein ganz guter Film, aber sicher nicht für jeden.

Ach ja, wer sich jetzt beschwert, ich hätte gespoilert, der kann sich jetzt wieder beruhigen. Die hier besprochene Version des Films entspricht nicht dem fertigen Cut und somit nicht der fertigen Kinofassung. Es wurde versichert, Zombie wäre hier und da noch unzufrieden gewesen, z.B. mit der Vergewaltigungsszene vor Michaels Flucht. Außerdem gab der Regiesseur noch weitere Enden in Auftrag, weshalb wir sicher sein können, dass wir nicht das letzte Mal von Michael Myers gehört haben!

Halloween: Retribution (2007) R: Rob Zombie 

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Schnappt Shorty!

Posted in Film with tags on 1. September 2007 by Jarra

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Wie jeden Monat, gibt es auch diesmal auf StrayDogs Pictures aktuelle Filmbewertungen für den Monat August, kurz und bündig, auf den Punkt gebracht.