Archiv für August, 2009

Alone In The Dark

Posted in Studium with tags , , , , , , on 28. August 2009 by Jarra

Eine ereignissreiche Zeit im hohen Norden geht zu ende, die Dreharbeiten am Kurzfilm Kein Morgen sind abgeschlossen, und nachdem ich ein wenig zur Ruhe gekommen bin, ist es nun an der Zeit, die Erlebnisse zu reflektieren.

Was bisher geschah…

In der Zeit vom 5. bis 8. August befand ich mich zusammen mit Kameramann Marc Menningmann und Regisseur Dennis Becker in Oyten bei Bremen, wo wir die Hütte herichteten, die als Hauptlocation für die Filmhandlung dient. In dieser Endzeitvision trifft der nach einer Katastrophe auf dem Festland vergessene Adam auf die vielleicht letzte Überlebende: Sarah. Diese zieht zu Adam in dessen minimalistisch ausgestattete Hütte und beide lernen zu schätzen, nicht länger allein sein zu müssen. Aber in der ungleich jüngeren Sarah schlummert der Drang aufzubrechen, nachdem ein Signal ertönt, das wohlmöglich auf weitere Überlebende hinweist. Kann Adam sie davon überzeugen zu bleiben?

Die Ausstattung der Hütte verlangte viele Opfer von uns ab. Abgesehen von der brütenden Temperatur, mussten wir uns durch Berge von Spinnen, Insekten, Fliegen und Wespen kämpfen, ehe wir uns die Herren der Hütte nennen konnten. Einmal geräumt, räumten wir sogleich wieder ein, und zwar mit diversen Möbeln aus Gebrauchtmöbelcentern und eigenen Beständen. Nicht jedoch, ohne zuvor den kahlen Wänden den letzten Anstrich zu verpassen. Nach knapp drei Tagen Arbeit sah Adams Behausung schon fast wohnlich aus. Blieb nur noch die Sorge, ob nun nicht tatsächlich ein ungebetener Gast einziehen würde, während es uns zurück nach Köln zog, da die Presse just am Vorabend der Abreise (siehe unten) über uns berichtete und keinen Zweifel offen lies, wo die Hütte zu finden sei.

So werde ich nun die Dreharbeiten als Regieassistent, sowie als Beauftragter für Script und Continuity begleiten, und, natürlich als aufmerksamer Beobachter.

 

Freitag, 14.08.2009

Sonntag sollte zwar der Dreh erst beginnen, aber bereits heute mache ich mich zusammen mit Marc und Aufnahmeleitung Alex Zibold auf den Weg Richtung Bremen, als fahrbarer Untersatz dient ein Transporter der Familie Becker, der nicht nur aufgrund seiner Form deutlich macht, dass die Beckers einen Pferdehof besitzen, auf dem wir auch nächtigen werden. Trotz sich endlos wiederholender Radioprogramme, die mich bei durchschnittlich 80km/h an eine Zeitschleife erinnert, und eine nächtliche Polizeikontrolle, die feststellt, dass unser Tüv abgelaufen ist, kommen wir heil und in einem Stück am Hof Becker an. Hier empfängt uns bereits Dennis mit einem kühlen Malzgetränk. Nach einer kurzen Lagebesprechung geht es dann in die Falle, denn für den morgigen Samstag stehen noch einige organisatorische Punkte auf der Tagesordnung, ehe gegen Abend der Rest vom Team und Hauptdarsteller Robert Meller eintrifft.

 

Samstag, 15.08.2009

Heute sind Besuche im Bau- und Supermarkt geplant. Langsam kommt leichte Nervosität auf. Morgen geht es tatsächlich los, nach Monaten voller Vorbereitungen.Während Marc in Bremen selber unterwegs ist um seine Technikabteilung aufzustocken, begeben sich Dennis, Alex und ich, nach dem Einkaufen, auf die Suche nach zusätzlichen (ergänzenden) Locations. Wir stoßen dabei etwa auf einen Feldweg am Fuße einiger Windräder, eingerahmt von einer alten verlassenen Fabrik. Die Atmosphäre ist surreal. Gespenstische Schatten rasen im Sekundentakt über die Szenerie, auf uns geworfen von den unermüdlich kreisenden Rotoren der Windräder. Die Sonne knallt, lässt die Luft flimmern, während im hohen Gras und im emporagend Mais die Zikaden vor sich hin zirpen. Die Entscheidung fällt nicht schwer. Wir haben eine neue Location.

Am frühen Abend, nachdem wir zur Base und auf den Hof Becker zurückgekehrt sind, stößt das erste zusätzliche Mitglied hinzu: René Brodrecht, ein engagierter junger Kerl, der sich von nun an um die Innenrequisite und Ausstattung kümmern wird. Alex und ich räumen inzwischen unser Nachtlager im Familiensitz der Beckers und ziehen in den nebenstehenden Trailer. Der soll bald am Set geparkt werden, wo wir auf die Hütte aufpassen sollen, jedoch ohne fließend Wasser und Strom…wie rückständig, könnte man meinen. Nennen wir es aber wild romantisch.

Als schließlich Materialassi Christoph ‚Tilli‘ Tillmanns, Produzentin Mareike Braun, Tonmann Hasan ‚Superschwanz‘ Altay und Lichtmann Volker Heinemann eintreffen, wird das erste (gesponsorte) Bierchen gekippt und der malerische Sonnenuntergang auf der Koppel beobachtet. Abends wird schließlich die ein- oder andere Wurst auf den Grill befördert und gegen 23:00 Uhr trifft nach einer langen Odysee auch endlich Adam alias Robert Meller ein. Er fügt sich sofort ohne weiteres in die Gruppe, mit einem Feierabendbierchen und einer Wurst auf der Hand. Na dann kanns ja losgehen!

 

Sonntag, 16.08.2009

Alles ready für den Topshot

Adam stöbert in den fast leeren Regalen des Supermarkts. Er nimmt vereinzelt  herumstehende Dosen und Gläser in die Hand…

Die Nacht endet plötzlich und rau. Gegen 03:00 Uhr titscht Tilli wie ein Trampeltier durch unseren Trailer. Dieser hat in der örtlichen Dorfdisco zusammen mit Volker die Dorfjugend gehörig aufgemischt, bzw. die ihn. Jedenfalls fällt er über mich her und regt sich von da an nicht mehr. Würde er nicht schnarchen wie ein Regenwaldräumkommado, könnte man annehmen, er sei tot. Nachdem er sich im Kampf über eine Stunde auch noch meinen Schlafsack einverleibt und auf sanfte Schläge ins Gesicht nicht reagiert, gebe ich es auf, schnappe mir meine Sachen und gehe duschen.

Der Hof erwacht langsam zum Leben, während ich frühstücke. Die Ruhe vor dem Sturm.

Wenig später befinden wir uns fast pünktlich am geräumten Supermarkt, unserer ersten Location. Alte Zeitungen, auch extra für den Film entworfene Ausgaben, zieren die Zeitschriftenablage, Dosen werden aufgereiht, Einkaufswagen liegen im Weg, für Staub müssen wir nur bedingt selber sorgen. Eine massive Holzplatte versperrt den Eingang.

Vor Ort stoßen Maske Christian Schröer, Kamerassi Hagen Schöne und Set-Runnerin Marie Treutler hinzu. Die ersten Einstellungen sind bald im Kasten, noch bevor Tilli seinen Rausch auf einer Mauer ausgeschlafen hat. Alles läuft wie am Schnürchen. Problematisch sind vorbeifahrende Autos, Züge und flanierende Fußgänger, schließlich befinden wir uns in einer menschenleeren Welt. Wir drehen uns von innen nach außen. Außen, vor dem Eingang des Marktes angekommen, steigt Marc auf den mitgebrachten Pferdetransporter (genau, der mit dem romantischen Duft) und richtet seinen Topshot ein. Als dieser im Kasten ist, ist es Zeit den (bereits zuvor) unaufgeräumten Supermarkt aufzuräumen, während Dennis, Marc und Robert noch einmal alleine losziehen, um Bilder für eine Montagesequenz zu sammeln.

Abends treffen wir uns dann auf dem Hof wieder zu einem gemütlichen Essen und Abendaktivitäten. Tilli entdeckt unter anderem sein Talent fürs Treckerfahren. Bei mir macht sich gewisser Schlafentzug bemerkbar. Obwohl Herr Tillmanns erneut anstalten macht, das Lager zu stürmen, überzeugt ihn ein unbequemer Achtbeiner, der als blinder Passagier in meinem Schlafsack reiste, den Wohnwagen im Umkreis von einem Kilometer zu meiden. Wer hätte gedacht, dass ich einer Spinne einmal dankbar sein würde? 

 

Montag, 17.08.2009

Adams Hütte

Adam stellt eine Tasse Tee auf einen großen, alten, mit Büchern und losen Zetteln überhäuften Holzschreibtisch. Er spitzt einen Bleistift an und beginnt anschließend auf einem leeren Blatt zu schreiben…

Eine erholsame, tillilose Nacht und schon geht es weiter: Der erste Drehtag an Adams Hütte. Heute wird Tee getrunken, während sich Wäsche auf der Leine im Wind wiegt. Das Wetter ist perfekt. Da Adams Gegenpart Sarah erst ab Mittwoch zu uns stößt, gibt es noch keine Dialogszenen. Dennoch entscheidet sich Dennis bereits heute mit Tonmann Hasan und Robert die Gedichte zu vertonen, die Adam im Film schreiben wird und die eine wichtige Rolle spielen, um Adams Charakter zu erschließen.

Als wir vom Dreh zurückkommen, heißt es bereits wieder packen. Morgen geht es zunächst nach Bremerhaven, dann weiter nach Cuxhaven, wo wir bis Donnerstag bleiben werden.

 

Dienstag, 18.08.2009

"Er würde eine Peitsche nehmen...!"

Adam überquert die Straße einer Stadt. Türen stehen offen, Sträucher überwuchern Fenster und verlassene Autos stehen mitten auf der Straße. Außer Adam ist kein Mensch zu sehen…

Zwei Locations stehen in Bremerhaven auf dem Programm. Zunächst haben wir eine extra für uns gesperrte Straßenflucht, die Adam durchwandert. Herumwirbelnde Zeitung, ein (so schneint es) ausgebranntes Auto und Verfall lassen die Szenerie wirken, als wäre sie aus Filmen wie 28 Days Later oder Day of the Dead entsprungen, doch statt Zombies halten schaulustige Anwohner ihr Haupt ins Bild. Dies kostet einige Nerven, zumal wir einen engen Zeitplan haben und sich der Himmel zunehmend bewölkt, aber schließlich ist auch diese Einstellung im Kasten. Danach geht es weiter in die nächste gesperrte Bremerhaven-Straße. Hier kommt unser gesponsorter 16 -Meter-Steiger zum Einsatz. Nicht nur Kamermann Marc und Assi Hagen wird es ganz mumlig, auch wir, die von unten nach oben schauen, haben so unsere Bedenken ob der wackligen Kanzel in luftiger Höhe. Aber alles geht glatt und wir können bald weiterreisen Richtung Cuxhaven.

Hier angekommen beziehen wir zunächst unsere Feriendomizile. Ich bin mit Alex, René und Hasan bei Erika (de Boer) untergebracht, eine Luxusunterkunft verglichen mit unserem kleinen (aber doch feinen) Trailer.

Abends trifft man sich, um Laurence willkommen zu heißen, unsere Sarah. Morgen geht’s ans lang erwartete Wattenmeer. Der Preis: Um 04:00 Uhr muss jeder aus der Falle. In diesem Sinne, gute Nacht!

 

Mittwoch, 19.08.2009

Adam und Sarah - Aufbrechen oder bleiben?

Adam klettert auf die Spitze des Deichs. Als er oben ankommt, breitet sich das Wattenmeer vor ihm aus. Bis zum Horizont ist weder Wasser noch irgend ein Hinweis auf das Signal zu erkennen…

Trotz dieser unchristlichen Zeit, ist die Stimmung im Team weiter gut. Apropos „unchristlich“. Zur Stimmung trägt sicher auch Klaus Kinski bei, der, dank Tilli, Einzug am Set hält („Er würde eine Peitsche nehmen…!“), sowie die allgemeine Bewunderung für Kamera(a)as(s) Marc, der inzwischen sogar von den Schauspielern gerne mit einem freundlichen „Hallo Maaaarc!“ begrüßt wird. Eigentlich wird inzwischen jeder so begrüßt, ob Marc oder Nicht-Marc. Verrückt/Verliebt?

Jedenfalls wohnen wir dem Sonnenaufgang am Meer bei, zu dem auch Sarah erwacht. Die Umgebung ist in ein goldenes Licht getaucht und wenn die Kameraaufnahmen nur halb so gut werden, wie die Fotos, haben wir es hier mit einem echten Highlight zu tun. Auch die Presse lässt sich heute erneut blicken und interviewt eingehend Mareike. Bewusst werden heute zunächst die Schüsse Richtung Meer abgedreht, da klar ist, dass das Meer, anders als in Dennis‚ Vision, zurückkommen wird, und die Illusion der Katastophe zerstören wird. Und schon glitzert es am Horizont. Doch egal, die Szene ist so gut wie im Kasten und wir sind durch. Entsprechend des Grfühls in unserer Magengegend taucht René plötzlich aus dem Wattenmeer auf, schwingt zwei tote Krebse durch die Luft und jauchzt: „Frutti di maaaaare!“

Während es, nach dem Mittagessen, ohne Krebse aber stilecht mit Fischstäbchen und Kartoffelpüree, eine kleine Truppe an den Strand zieht, schließe ich lieber für ein paar kurze Stündchen meine Augen, da klar ist, dass ab 17:00 Uhr wieder am Set zu sein ist.

In abendlicher Stimmung, die sich nicht groß vom Sonnenaufgang unterscheidet, müssen wir also noch einmal ran. Kurze Momente wird um den Tonmann gebangt, der sich offensichtlich am Strand einen kleinen Sonnenstich eingefangen hat – dieser ist aber dank Kühlakku-geprägter Zuwendung durch Mama Krug bald wieder auf den Beinen. Dem ersten Treffen von Adam und Sarah steht nichts mehr im Wege.

Kaputt und zufrieden fallen wir anschließend in die Ferienbude ein und stoßen noch einmal an. Etwas skeptisch lässt uns die erneut kurze Nachruhe werden, denn es geht wieder vor Sonnenaufgang los. Morgen wird das Strandkorbfeld verwüstet, das geliehene Quad kommt zum Einsatz und dann ist es schon wieder Zeit für die Reise zurück gen Hof Becker. Na dann Prost – Mahlzeit!  

 

Donnerstag, 20.08.2009

Einsamer Strandkorb in verlassener Welt

Adam und Sarah laufen zwischen Strandkörben umher. Beim Blick in den Himmel verstummt Sarahs Lachen langsam und ihr Blick wird starr…

Der Schlafentzug zerrt langsam an der Kondition. Dennoch muss heute ein Strandkorbfeld umgepflügt werden, und zwar ehe die ersten Touris den Strand für sich zu beanspruchen gedenken. Auch die Fußstapfen der Badegäste vom Vortag müssen verschwinden. „Durchkämmt die Wüste“ aus Spaceballs ist gar nicht lustig, wenn man es am eigenen Leib erfährt. Als alles hergerichtet ist, schnappt sich Marc seine geliehene Super8 Kamera und hetzt wie ein Paparazzi hinter Laurence her, will damit eine Subjektive Adams darstellen. Für alle Zuschauer ein köstlicher Anblick.

Schließlich geht es raus aufs Wattenmeer für die vielleicht emotionalste Szene des Films. Marc sitzt auf dem gewaltigen Quad und filmt den an seinen letzten Kräften zehrenden Adam, der dem Gefährt hinterher hechelt. Damit ist Cuxhaven abgedreht, nachdem die Sachen gepackt sind und an einer Fischbude standesgemäß noch ein Fischbrötchen einverleibt wird, wobei wir im Kreis den heute erschienen Zeitungsartikel im Tagesblatt bestaunen (immerhin auf der Titelseite!), geht es zurück Richtung Oyten. Dabei teile ich mir einen Wagen mit Robert, der, dank Anhängerführerschein, in den Genuss kommt, den Quad in die Heimat zu überführen. Dabei unterhalten wir uns über nicht vorhandene Tankstellen auf Bremens Autobahnen, die deutsche Medienlandschaft und Regieikonen wie Tarantino, Jackson, Eastwood und Co.

Als wir auf dem Hof ankommen, ist großes Durchhängen angesagt. Aber nicht für lang. Der heißeste Tag des Jahres (O-Ton RTL Aktuell) bringt die gute Marie auf die Idee zum See zu fahren, der unweit unserer Hütte liegt. Gesagt, getan. Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Tillilein und ab dafür! So verbringen wir einen gemütlichen freien Nachmittag am und im See, bevor es gegen 20:00 Uhr zum Abendessen zurück geht und der Tag sein Ende findet.

 

 Freitag, 21.08.2009

Die Nacht wird zum Tage

Sarah liegt im Bett. Sie ist noch wach. Die Eingangstür ist nicht richtig zu und klappert ununterbrochen. Sie nimmt den Türgriff in die Hand. Dann zögert sie einen Moment…

Heute bleibt tagsüber wieder etwas Zeit, seinen Gedanken nachzuhängen. Wir sind aus dem Trailer in die luxuriöse Ferienwohnung der Beckers (direkt über einem der Ställe) gezogen, jedenfalls für zwei Nächte, ehe neue, zahlende Kunden die Betten beziehen. Per Internet werden uns die ersten Schnipsel aus dem Mule Making-Of zugespielt und sorgen für Erheiterung. Während es den Rest wieder an den See zieht und Dennis, Marc und Robert noch Aufnahmen für die Montagesequenz sammeln, schnappe ich mir Tonmann Hasan um mich Regieassistent-gerecht um die Nur-Ton Aufnahmen in und außerhalb der Hütte zu kümmern. Nachdem wir alles abgearbeitet haben, von Geschirr, über fließendes Wasser, bis zu Kaffeemahlen und Türeschließen, besuchen wir die anderem am See und sehen dem heutigen Nachtdreh entgegen.

Dieser geht noch einmal richtig an die Substanz. Volker macht mit unseren Scheinwerfern die Nacht zum Tage, trotzdem schleichen sich bald erste Ermüdungserscheinungen ein. Da ändert auch das Mittagessen um Mitternacht nichts dran. Als wir gegen 04:00 Uhr morgens in die Falle fallen, bestehen nur noch Tilli  und Volker auf ein Feierabend-Bierchen. Oder zwei.

 

Samstag, 22.08.2009

Technikpark im Einsatz

Adam antwortet nicht. Sarah greift nach einer Dose, die Adam gerade von der Ablage in den Schrank räumen will. Er dreht sich um und sieht Sarahs gepackten Rucksack…

Da wir gestern nicht das gesamte Pensum geschafft haben, muss heute eine weitere Szene dran gehangen werden. Heute soll der Nachtdreh noch mehr reinhauen. 06:00 Uhr morgens ist für den Drehschluss veranschlagt. Das kann ja heiter werden.Trotz dieser Aussichten läuft alles ganz gut, aber die verlorene Zeit durch die zusätzliche Szene lässt sich nicht wieder wett machen. Entsprechend kurz fällt um Mitternacht die Gratulation zu Hasans Geburtstag aus. Eine Runde Sekt für alle und wieder an die Arbeit. Mittagessen gibt es diesmal um 03:00 Uhr. Aber es tut gut, vor allem um sich etwas aufzuwärmen. Ernüchterung macht sich breit. Szene 11 muss morgen nachgeholt werden. Es bleibt spannend. Sind die Rückstände im Terminplan wieder rauszuholen? Morgen ist der unweigerlich letzte Drehtag.

 

Sonntag, 23.08.2009

TEAMFOTO coming soon!

Beide schweigen. Sarah hat Tränen in den Augen. Sie nimmt ihren Rucksack. Sarah geht zur Tür und öffnet sie. Adam schmeißt die Schranktür zu…

Heute geht es noch einmal emotional zur Sache. Wir starten am frühen Nachmittag, kaum ausgeschlafen, aber glücklich über jede Minute, die wir hatten, und steigen ein in einen Streit zwischen Sarah und Adam. Die Fetzen fliegen, die Szene verlangt noch einmal alles von Team und Darstellern ab, aber dann ist auch diese „gestorben“. Laurence ist somit abgedreht, alle Klatschen und applaudieren. Es ist Zeit für ein versammeltes Gruppenfoto, jedoch ohne Christian, der uns bereits gegen Morgen verlassen hat. Zum Schluss wird auch ein letztes Mal die Super8-Kamera ausgepackt, um den nach der Strankorbverfolgung verbliebenen Film nicht verkommen zu lassen. Es dämmert. Wie geplant. Zeit für Szene 11. Kurz nach Einbruch der Nacht, hat Adam seinen letzten großen Auftritt. Und dann ertönen die sowohl herbeigesehnten, als auch gefürchteten Worte des Regisseurs: Der Film ist abgedreht! Herbeigesehnt, weil alle bis an ihre Grenzen gegangen sind und nun etwas Urlaub gebrauchen können. Gefürchtet, weil ein so tolles Team zusammengewachsen ist, indem es sich produktiv und mit Spaß arbeiten lässt, aber nun vor seiner Auflösung steht.

Bei grandiosen american style Burgern und Pommes, sowie dem ein -oder anderen Bierchen verklingt der letzte Tag, 00:00 Uhr kommt, es wird diesmal auf meinen Geburtstag angestoßen, ein Trinkspielchen angestimmt, dann ist es auch schon an der Zeit sich von Robert zu verabschieden und die letzte Nacht im Hause Becker zu beginnen.

Ich nehme viel mit aus dieser Produktion, lasse aber auch eine gewisse Sehnsucht nach der traumhaften Gegend rund ums Wattenmeer, die Weiden, Wälder und Windräder zurück, und werde, sollte die Welt tatsächlich einmal untergehen, hier gerne mein Lager in einer kleinen, ruhigen Hütte aufschlagen. Vielleicht sieht man sich?

 

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In the Shadows

Posted in Studium with tags , , , , , on 13. August 2009 by Jarra

Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus. Steht sogar schon in der Zeitung.