Archiv für September, 2009

Potemkin

Posted in Projekte, Studium with tags , , , , , on 26. September 2009 by Jarra

Vogelfrei. Das war’s also. Die letzten Prüfungen sind gemeistert, jetzt noch das lange Warten auf die Ergebnisse und dann heißt es: Freiheit.

Das Studium ist vorrüber, die weite Welt steht uns offen. Die Abschlussfilme sind im Kasten und erfahren ihren Feinschliff. Einiges an Umbruch steht jetzt an, das Leben kommt in Gang – Lange Worte, kurzer Sinn: REVOLUTION!!

Der Oktober wird die ein- oder andere Überraschung parat haben, aber zur Feier des Tages (und um den Rahmen des Artikels zu schließen), folgend ein Quentchen (Vogel-)Freiheit – Viel Spaß mit der  Rock-Doku On The Rocks – Auf der Kippe, erstmals in voller Länge, in Farbe und bunt!

Crazy In Love

Posted in Studium with tags , , , , , , on 23. September 2009 by Jarra

Vodpod videos no longer available.

Hi, Mom!

Posted in Misc, Studium with tags , , on 8. September 2009 by Jarra

Zeit zum Feiern! Heute: Der 100. Beitrag auf Jamming With Jarra. Und wie feiern wir das? Wir verbinden es direkt mit der halb traurig stimmenden, halb tröstlichen Nachricht, dass das Studium an der MHMK just diesen Monat endet und veröffentlichen angemessenerweise…na? Nein, nicht einen Film. Denn wie das geht, müssen wir noch lernen. Außerdem lassen die Abschlussflicks noch auf sich warten, weshalb uns die MHMK sicher ohnehin noch lang genug heimsuchen begleiten wird.

Stattdessen gibts heute einmal Buchstabensuppe, mein Fazit zum Thema Twitter und eine sicherlich nicht allzu autobiografische Geschichte (natürlich nicht…) aus dem Leben eines Studenten. Prost! Auf die nächsten Einhundert!

 

Ich, Batman
Oder Aus dem Leben eines Twitter-Wesens
 

Licht fällt durch die halb geöffneten Jalousien. Ich blinzle. Gähne unwillkürlich. Mein Mund schmeckt nach Aschenbecher. Mag an dem Aschenbecher liegen, auf dem ich geschlafen habe. Promille pumpen durch meine Adern. Dezibel rauschen durch meine Gehörgänge. Nichts gewohnt, der Jung. Hör ich sie sagen. Oma.

Eigentlich ein Grund, nicht zur Vorlesung zu gehen, denke ich mir und will mich fast ein weiteres Mal herumdrehen. Ich lege die Stirn in Falten, drehe mich auf den Rücken und schaue verstört zur Zimmerdecke. Die Kuscheldecke bis über die Nase gezogen. Eine ausgebrannt, verschwommene Möchtegernkarikatur von Stephen Hawking starrt zurück. Deckenspiegel. Skeptisch beäuge ich die Umgebung. Ein Griff neben mich fördert meine Brille zu Tage. Durchblick. Wo bin ich? Kein Plan. Ganz ruhig. Nach einer Entführung sieht es nicht aus. Okay, Lage sondieren. Lehrbücher auf dem Tisch, check. Einstein an der Wand, check. Tote Topfpflanzen, check. Eine akkurat aufgereihte Sammlung Ü-Eier Figuren, check. Josh Hartnett, bauchfrei, im Fotorahmen. Fast wie zuhaus.         

Aber nur fast, denn neben mir regt sich etwas. Ich hebe die Decke leicht an. Eine nackte Frau. Kenne ich nicht. Sollte ich aber. Denn ich bin auch nackt. Wie ein Blick unter meine Decke bestätigt. Hübsch, sie. Nur: Wer ist sie? Wichtiger: Wer bin ich? Ich bin jung. Ich bin hip. Ich bin Batman.

Tragischer Held meines eigenen Schicksals. Opfer der industriellen Menstruation. Geisel der Popkultur. Groß. Kahl. Gutaussehend. Muskelbepackt. Sind andere. Vollkommen. Und überbewertet. Bei mir ist Name noch Programm: Bernd. Buschmann. Zurück unter die Decke. 

Denk stark nach. Gestern. Nacht. Bachelorarbeit. Fertig. Vier Monate vor Abgabe. Gelacht. Mich vor Stolz nass gemacht. Zur Feier des Tages einen heben. Welt retten. Noch einen heben. Angemacht von Typen. Abgeschleppt von Unbekannter. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.

Müsste ja zur Vorlesung. Heut mal egal. Einfach aussitzen. Muss aber pinkeln. Einfach ausschwitzen. Klappt nicht.

Darauf bedacht nicht groß aufzufallen, schwinge ich meine Beine aus dem Bett und trete fest auf. Auf ein stachelförmiges Etwas. Ein Fest. Ich unterdrücke einen Fluch und freue mich stattdessen, dass meine Kopfschmerzen jetzt nicht mehr so allein sind. Halb humpelnd, halb schleichend bahne ich mir meinen Weg durch das dschungelhafte Zimmer. Unterwegs treff ich Spitzenunterwäsche, Doppel D BH und nen Gürtel mit Rosen drauf. Irrtum. Sommerock. Gar Lieblich. Ich. Nackt. Es zieht. Bisschen kalt. Es drückt. Erstmal Erleichterung schaffen. Runterkommen.

Verschwinde in dem Raum, der ein Männeken Piss auf der Tür aufweist.  Muss an den Typen auf dem Klo denken. Der an meinen Po wollte. Sagte er zumindest. Höflich. Homosexuell. Kann passieren. Nicht mein Fall. Jedem das Seine. Genau.

Ich pinkle im Stehen. Pupse. Kratze mich am Po. Dann klappe ich den Deckel hoch. Die Hände wasche ich mir nicht. Bakterien am Wasserhahn. Betrachte aber mein Gesicht im Spiegel. Flaschenböden. Dahinter: Leere Augenhöhlen. Mundwinkel hängen. Male mir mit geborgtem Lippenstift ein Lächeln auf den Spiegel. Ich streiche mir über die Stirn. Ein schwarzer Fleck bleibt zurück. Pest? Ich reibe und reibe, doch er erscheint immer wieder neu. Dann begreife ich, dass der Übeltäter in meiner Hand zu finden ist. Überredet. Händewaschen. Komisch, gestern hatte ich da noch kein Muttermal. Moment, Muttermale färben auch nicht ab. Und bilden auch nur selten Strichlisten in der Handfläche. Ah. Jetzt. Mein Bierdeckel. Hatte ich schon vermisst. Irgendwann muss mir der Platz ausgegangen sein. Vorsichtshalber checke ich die andere Hand. Leer. Wie meine Geldbörse. Vermutlich. Nein. Hand voll. Nase auch. Putzen. Dann zurück zur Hand: Vier dicke Letter. C H R I S. Drei Ausrufezeichen. Weitsichtig. Ihr Name? Sicher. Schlau. Was ne Party. Reicht erstmal. Bis zur Rente.

Wie in einem dieser Träume: Wir gingen nur was Trinken. Plötzlich: Alle nackt. Komisch. Windig. Kannt ich nicht. War aber okay. Fürs erste Mal. Glückspilz. Wenn ich nur die Details noch wüsste. Ärgerlich. Man bezahlt einen Haufen. Kohle. Nur um sich nicht mehr zu erinnern. Kommt alles wieder. Na ja. Oma nicht. Kommt Zeit. Kommt Rat. Keine Sorge.

Erstmal zur Vorlesung. Oder? Erstmal am Kopf kratzen. Das tut gut. Aber nachdenklich bleibe ich doch. Schwere Entscheidung. Dumme Sache.

Zurück: Ich bleib dabei. Ich bleib. Nicht. Vielleicht. Mal sehen. Wo wir gerade dabei sind: Chris. Die Schläferin. Rassig. Geheimnisvoll. Bis zur Nasenspitze zugedeckt. Ich tippe auf: Heilige. Oder Seelsorgerin. In jedem Fall: Retterin in der Not. Ich starre. Sie schläft. Göttlich. Ich wage noch einen kleinen Blick unter die Decke. Mit weichen Knien und hartem Verlangen. Sicherheitshalber. Dass die Chris nicht der Chris ist. Sehr gut. Sie. Dreht sich im Bett. Ich. Verharre. Sie. Schnarcht. Leise. Eine Schönheit. Wie im Paradies. Ich muss tot sein. Der Tod riecht nach Schweiß. Stelle ich beim Schnüffeln an meiner Axel fest. Das Zimmer erscheint wie der Himmel. Brille geputzt. Schade. Sie schmatzt. Und pupst. Sie darf das. Die Strauchdiebin meiner Jungfräulichkeit. Das zersauste Bett. Wie die Landkarte unserer nächtlichen Safari. Ins Reich der Sinne. Schlüpfriger Norden. Staubtrockener Süden. Dazwischen nur gebrochene Latten. Spritztour. Von kurzer Dauer. Treibstoffmangel. Ich ziehe eine Grimasse und verschwinde durch eine Saloontür in der Küche.

Howdy Partner. Ein Typ mit offener Schädeldecke. Und kleinem Glied. Leblos. Starrt mich an. Bruder, hilf mir, scheint er zu flehen. Einbildung. Versuchsmensch. Puppe für große Mädchen. Ich tauf ihn John. Gummi-und-Plastik-John. Verstehe. Medizinstudentin. Doktorspiele. Ich hau John siegessicher auf die Schulter. Schulter fällt ab. Einarmiger Bandit. Made in Taiwan.

Der Kühlschrank spendet frischen Orangensaft. Die Kühlschranktür spendet Verwirrung. Polaroidfotos. Kühlschrankmagnete. Ich. Auf einem der Fotos. Mit offenem Mund. Und offener Hose.

Es hätt so ein schöner Abend sein können. Wie immer. Am Schreibtisch. An der Hausarbeit. Ich. Mit meinem Freund. Der imaginäre Rolf. Geh einen Trinken, hat er gesagt. Sieh was von der Welt, hat er gesagt. Ich bereue nichts. Mh. Mehr Fotos.

Vielleicht bereue ich doch. Glücksbärchi Boxershorts. Schon cool. So auf dem Kopf. Karaoke. Luftgitarre. Arschgeige. Die Ein-Bernd-Band. Afterhour. Im braunen Salon. Oh my lovely Mister Singingclub. Was ich mir dabei wohl gedacht habe? Ich schau verstohlen zu John. Wort- und armlos starrt er zurück. Ich glaub, ich werd rot. Könnte auch der O-Saft sein, der gar keiner ist, sondern Vodka O. Ohhhh, entfährt es mir. Etwas krabbelt meine Magenwände hoch. Es ist glitschig. Und klumpig zugleich. Ich schlucke. Mich wundert nichts mehr. Auch nicht, dass Chris’ Perso sie als Sabrina ausweist. Der auf dem Küchentisch liegt. Mh. Hey. Schon klar. Ausweis verloren. Bei Zwillingsschwester geborgt. Oder Undercoveragentin. Wie Sandra Bullock. Chris. Vielleicht auch nur ihr fester Freund. Der mich zu Klump haut. Wenn er mich hier mit John erwischt. Kurzer Kühlschrankfoto – Check. Okay. Alle schmächtig. Die Typen. Außer dem Mops. Oben rechts. Der ist drollig. Behaart. Und ein Hund. Trotzdem. Kein Durchatmen. Meine Spinnensensoren schlagen Alarm.

Denn: Jetzt erst wird mir das unerbittliche Ticken in meinem Kopf bewusst. Bombe. Nein. Küchenuhr. 8:30. Schweiß bricht aus. Gesellt sich zu dem Alten. Cool bleiben. Gleich fängt die Vorlesung an. Ich halt’s nicht mehr aus. Dieses dumme Stück Pflichtgefühl in meinem Schädel. Da muss der Kopfschmerz her kommen. Ich beneide John, den hohlen Kopf. Der grinst vor sich hin.

Ich könnt ja was verpassen. Locker. Geh doch heut einfach mal nicht hin. Sing ein Lied. Klar. Mein Verstand rast neunzig Kilometer pro Stunde. Der könnt es noch rechtzeitig schaffen.  

Ungeschickt, halb panisch wie ich nun mal bin, suche ich mir meine Klamotten zusammen, die über das Zimmer verteilt sind. Falle beinahe hin, als ich versuche in mein Hemd zu steigen. Nacken steif. Verwende die Socken als Fäustlinge. Stehgreif. Die Boxershorts auf dem Kopf gehört ja bereits zum guten Ton. Trendsetter. Irgendwas fehlt. Abgesehen von Deo. Und Mundspray. Meine beige Cordhose. Ein Blick aus dem Fenster bestätigt: Baum. Das letzte Mal muss ich so exstatisch gewesen sein, als ich meinen ersten Milchzahn bekommen hab. Muss meinen Blick von der Venus im Bett trennen. Meine unruhigen Blicke überfliegen das Inventar. Mein überreifer Verstand überfliegt die Optionen. Einstein streckt mir die Zunge entgegen. Du bist reif. Relativ.

Frische Luft schlägt mir vor der Haustür entgegen. Fährt unter meinen Sommergürtelrosenrock. Ein laues Lüftchen. Belebend. Die Vöglein zwitschern. Niemand zu sehen. Gut. Außer einem Zeitungsautomaten. Der mich frontal anstarrt. „Schlagzeile: Studie bestätigt: Studenten arm dran.“ Armer John. Darunter: „Heute: Christopher Street Day.“ Mh. CSD. Die Ausrufezeichen denk ich mir dazu. Zeitung: Bild. Am Sonntag. Die Tür fällt hinter mir ins Schloss. Das Geräusch hallt noch lange nach.

Death Race

Posted in Projekte, Studium with tags , , , , , , , on 3. September 2009 by Jarra

Finale, óle óle! Die nie enden wollende Geschichte der Menningmann Zwillinge, Part 3: Auf der Straße des Todes kommt zu spätem, aber immerhin zu verdientem Ruhm. Kürzlich angemeldet beim Digitalkamera Video Award auf Sevenload.de, hat es das kleine Filmchen aus meiner Feder und entstanden unter meiner Regie in die Top 10 und damit ins Finale gebracht. Ab jetzt entscheidet das Volk, also kräftig voten!