Archive for the Film Category

Summer Scars

Posted in Film with tags , , on 8. November 2009 by Jarra

(500) Days of Summer

Alle Jahre wieder erscheint eine dieser kleinen Independent-Perlen, die sich einem nahezu ins Gedächtnis brennt – obwohl man ohne große Erwartungen den Film konsumiert. War es vor ca. drei Jahren noch das Regiedebut von Rian Johnson, Brick, eine Art Film noir an einer amerikanischen Highschool, der mich zutiefst geflashed hat und den in meinen Augen total überbewerteten Jungdarsteller Joseph Gordon-Levitt in meiner Gunst etwas steigen hat lassen, so ist es in diesem Jahr – und jetzt kommt der Punkt, der mir, neben der unheimlichen Länge dieses Satzes, besonders zu denken aufgibt, wieder ein Film mit Mr. Levitt in der Hauptrolle: (500) Days of Summer.

Als erklärter Feind von schmalzigen Romantic Comedys (mit Außnahme von Tatsächlich…Liebe – so merkwürdig es klingt…) ging ich, jedoch vorbelastet vom Schnitt vom Abschlussfilm Verrückt/Verliebt, mit gemischten Gefühlen an diesen Film. Soviel sei verraten: Selten, um nicht zu sagen noch nie, hat es ein Film geschafft, meine Zweifel innerhalb der ersten 30 Sekunden und dazu noch bevor das erste Bild zu sehen ist, komplett wegzuwischen. Okay, doch, vielleicht. Einen ähnlichen Effekt hatte glaube ich damals Kill Bill, Vol. 1, der mich zum Tarantino-Jünger konvertiert hat. Aber eine Romantic Comedy, die mit der schriftlichen Botschaft „Any resemblance to people living or dead is purely accidental…“ gefolgt von „Especially you, Jenny Beckman…Bitch“, muss man einfach gern haben, oder?

Und somit beginnt ein Film, unkonventiell as can be – auch wenn die ersten Worte eines anonymen Märchenerzählers das Gegenteil behaupten: „Das ist eine Boy meets Girl-Geschichte…“ Dann lernen wir die beiden Protagonisten kennen. Boy: Tom, ein gutherziger Träumer, der von der großen Liebe besessen ist, und Girl: Summer (Zooey Deschanel), eine dunkelhaarige Schönheit, die weder an dauerhafte Beziehungen noch an die große Liebe oder Schicksal, glaubt.  Doch ehe wir in die eigentliche Handlung eintreten, gibt man uns zu bedenken: „Dies ist keine Liebesgeschichte…“

Die Geschichte selber verläuft non-linear. Es wird gesprungen zwischen verschiedenen Tagen innerhalb dieses 500-Tage Zyklus und damit werden die verschiedenen Etappen der Beziehung von Summer und Tom besucht. Eingeleitet wird jedes Kapitel (die manchmal nur Sekunden dauern) durch eine Grafik von einem Baum, der passend zum Befinden des Protagonisten zu einem Zeitpunkt in voller Blüte steht oder im nächsten karg und skelettiert einsam in der Landschaft steht. Zusätzlich informiert uns eine Zahl über den jeweiligen Tag. Ganz tarantino’esk beginnen wir am Ende, können mit diesem zunächst aber noch nicht viel Anfangen.

So ergibt sich aus einzelnen Puzzleteilen das Bild einer romantischen (aber keineswegs typischen) Beziehung, mit all ihren Höhen und Tiefen. Besonders zu begeistern wissen, neben der Leistung der Protagonisten, die vielen kuriosen und überraschenden Einfälle, Filmzitate und tiefgründige, mitreissende Musikuntermalung, die von The Smith bis Simon and Garfunkel und einer charmanten Karaokeperformance von Joseph Gordon-Levitt reicht. Wenn Tom z.B. nach der ersten Nacht mit seiner Holden musical-like zu You Make My Dreams von Hall & Oates durch L.A.’s Straßen tanzt und beim Blick in eine Windschutzscheibe ein spitzbübisch grinsender Han Solo zurückschaut, fühlt man sich einfach Zuhause. Warum? Weil damit Gedankenspiele Gestalt annehmen, die man sich in überschwinglichen Momenten bereits selber ausgemalt hat, aber nie auch nur entfernt erwartete, sie im Kino zu sehen.

Ohne zuviel zu verraten: Ich bin kein Fan von HSHEs (Hollywood-Standart-Happy-Ends), aber (500) Days of Summer endet versöhnlich, wenig pompös, wenn auch anders, als man annimmt. Würde ich nach einem Makel auf der sonst weißen Weste des Films suchen, wäre er höchstens hier zu finden.

Es ist kaum verwunderlich, dass (500) Days of Summer, wie zuvor bereits Brick, beim Sundance Filmfestival brillieren konnte und somit Zeichen für einen denkwürdigen, charmanten Independent-Streifen gesetzt hat. Hut ab!

Mr. Levitt, das ist dann ein weiterer Punkt an Sie. Vielleicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft…

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Sterne im Mai

Posted in Film with tags , , on 1. Mai 2008 by Jarra

Stray Dogs

Tanz in den Mai. StrayDogs Pictures aktuelle Filmbewertungen für den Monat April, kurz und bündig. Wo der letzte Monat im Zeichen des Oscars stand, stand April eher im Zeichen des Obskuren und des Horrors, aufgrund der jüngst stattgefundenen Fantasy Film Fest Nights in Köln. Highlights: [REC], Diary of the Dead, Inside, Frontier(s).

The Eternal Grind

Posted in Film with tags , , , , , , , , on 13. April 2008 by Jarra

Manche Filmideen fristen ein Schattendarsein, trotz durchdachter Plots und stimmiger Twists – Sie werden nie realisiert werden. Andere hauen einfach auf den Putz und scheren sich einen Dreck um die Realisation: So gesehen im Vorprogramm zu Tarantino’s und Rodriguez‘ GRINDHOUSE. Im Zuge dieser nostalgischen Produktion entstanden fünf Faketrailer, vier davon von namenhaften Regisseuren, um das Gefühl des dreckigen 70iger Jahre Kinos noch naturgetreuer wirken zu lassen. Ursprünglich sollte keiner dieser Trailer je als Film das Licht des Tages erblicken, aber die Karten wurden neu gemischt. Folgend die Erfolgaussichten für die fünf Faketrailer aus GRINDHOUSE:

MACHETE (Robert Rodriguez)

Danny Trejo, Sympathie-Mexikaner, Cousin von Rodriguez und Stammgast in dessen Filmen, in seiner ersten Hauptrolle. Und dort macht er genau das, was er so gut kann: Böse schauen und andere Typen abmurksen, nur diesmal im Namen der rechten Sache, wenn man so will. Machete, so der namengebende mexikanische Bundesagent, wird mit einem Batzen Geld in die Staaten gelockt und soll dort ein Attentat durchführen. Seine Auftraggeber hintergehen ihn jedoch und lassen ihn am Tatort zurück zum Sterben. Denkste, ganz im Stile von Kill Bill, steht Machete von den Toten auf und geht auf einen bitteren Rachefelzug, seine Weapon of choice, wie könnte es anders sein: Unzählige Macheten. Und dann gehts ans Eingemachte. „If you pay him to kill the bad guys, make sure you’re not one of them!“

Die Chancen für Machete und einer Verfilmung stehen nicht nur gut, sie sind sogar schon angelaufen! 40% sollen etwa im Kasten sein und wir können uns auf einen harten Actioner der alten Schule freuen. Hitgarantie: 90%   Release: 2008

 

DON’T (Edgar Wright)

Hammer Studios treffen auf Mondo Welle. Edgar Wright, Schöpfer von Shaun Of The Dead und Hot Fuzz steuert auch einen Trailer bei, einen der irgendwie typisch britischen Art. Don’t lehnt sich an an Splatterorgien à la The Living Dead At Manchester Morgue, welcher für den amerikanischen Markt in den sinnfreien Don’t Open The Window umbenannt wurde – daher der Titel. Was den weiteren Trailer betrifft: Wright machte sich einen Spaß aus der Tatsache, dass Trailer der 70iger meist mehr Fragen aufwarfen als sie erklärten worum es eingentlich im beworbenen Film ging. Von daher, er wird splattern, aber was uns erwartet weiß wohl nur der Regisseur selber, wenn überhaupt.

Die Chancen für eine Verfilmung von Don’t stehen eher mittelmäßig. Es war kurzzeitig die Rede von einem Grindhouse II Projekt, zu dem Wright Don’t hätte beigesteuert, aber nach der Erfolglosigkeit des ersten Teils im Boxoffice, ist dieses Projekt wieder in weite Ferne gerückt. Hitgarantie: 60%  Release: TBA

 

THANKSGIVING (Eli Roth)

Der Herr, der uns Hostel beschert hat, leistet seinen Slasher-Beitrag zum bunten Reigen der Fake Trailer. Nach Halloween und anderen Feiertagen wie Valentinstag (My Bloody Valentine), die blutrünstige Mörder hervorgebracht haben, fehlte eigentlich nur noch einer : Thanksgiving. Also mischt sich in guter alter Splattermanier ein Killer unter die Truthähne und serviert zur Feier des Tages Frischfleisch direkt vom Menschen. Dass Mr. Roth recht einfallsreich ist was Hinrichtungsmethoden angeht, kann ihm immerhin niemand absprechen.

Diesem Fake Trailer prophezeit man Ähnliches wie Don’t: Sollte es ein Grindhouse II mal geben, ist Thanksgiving sicher mit an Bord. Hitgarantie: 70%  Release: TBA

 

WEREWOLF WOMEN OF THE SS (Rob Zombie)

Es gab Zeiten, da waren Nazizombies und andere Gruselgestalten des 3. Reichs in Filmen total in. Als Verbeugung vor Ilsa – She Wolf of The SS hat Horrorspezialist Rob Zombie einen Trailer mit riesigem Staraufgebot kreiert. Da wären Nicholas Cage als Dr. Fu Manchu, Udo Kier als Nazikommandant und seine Angetraute Sheri Moon Zombie als eine verführerische Werwolfdame. Die Story rankt sich um von Hitler in seinem Größenwahn geschaffene Supersoldatenfrauen, die sich in Werwölfe verwandeln können – klingt kultig…

Rob Zombie überlässt die Entscheidung einer Verwirklichung allerdings seinen Fans. Auf seiner MySpace-Seite gibt es eine Abstimmung ob man gefallen an einem kompletten Film finden würde oder nicht. Wir denken, die Chancen stehen relativ gut! Hitgarantie: 80%   Release: TBA

 

HOBO WITH A SHOTGUN (Jason Eisener)

Dieses Werk ist quasi der Außenseiter dieser Gruppe. Geschaffen von Amateuren, konnte sich der Trailer Hobo With A Shotgun gegen viele anderen Einsendungen beim South By Southwest Contest durchsetzen, den Robert Rodriguez anlässlich der Grindhouse Produktion ins Leben gerufen hatte. Die Story ist schnell erzählt: Ein selbsternannter Rächer geht mit seiner Schrotflinte auf Verbrecherjagd und nimmt das Gesetz in die eigene Hand.

Es gab in der Tat bereits Berichte, die daraufhin deuteten, dass eine Verfilmung zumindest im Bereich des Möglichen liegt, ob allerdings in den Händen der eigentlichen Erfinder oder doch mit jemand Bekanntes auf dem Regiestuhl, weiß man nicht. Tatsache ist: Im Vergleich zu den kultigen Trailern der namenhaften Regisseure fällt, dieser natürlich weit ab…mal sehen, was da noch kommt… Hitgarantie: 30%  Release: TBA

‚t was een April

Posted in Film with tags , , on 1. April 2008 by Jarra

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Gut in den April gekommen? Wir auf jeden Fall. StrayDogs Pictures aktuelle Filmbewertungen für den Monat März, kurz und bündig. März war so eine Art Oscarmonat, deshalb sind die Highlights diesmal There Will Be Blood, No Country For Old Men und Michael Clayton.

Short Run

Posted in Film with tags , , on 13. März 2008 by Jarra

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Was lange währt, wird endlich gut. Heute gibt es wieder auf StrayDogs Pictures aktuelle Filmbewertungen für den Monat Februar, kurz und bündig. Was hatte der vergangene winterliche Monat zu bieten? Highlights sind diesmal Cloverfield, Die Reisen des jungen Che und Ed Wood!

Winners & Sinners

Posted in Film, Misc with tags , , , , on 25. Februar 2008 by Jarra

Gestern nacht war es also mal wieder soweit: Die begehrten Academy Awards wurden im Kodak Theatre in L.A. unter die Leute gebracht. Eine überwiegend interessante, wenn auch wenig überraschende Show, bei der zwar auf technischer Seite das ein -oder andere durchging (wer auch immer die Sponsorenlogos am Anfang auf dem Gewissen hat, ist heute mit Sicherheit auf Jobsuche), die Stars und Sternchen von Hollywood allerdings glänzen konnten. Ich habe natürlich keine Kosten und Mühen gescheut um Live vor Ort zu berichten und einige Fotos vom roten Teppich zu schießen…hab’s dann aber doch lieber sein lassen und das Ganze nur am heimischen Fernseher verfolgt. Ein strammes Programm von halb 3 bis 6 Uhr morgens, aber immerhin hat es sich gelohnt. Wie zu erwarten hat sich der große Favorit No Country For Old Men der Coen-Brüder durchgesetzt, und zwar direkt in vier Kategorien: Beste Regie, Bester Nebendarsteller (für Javier Bardem), Bestes Drehbuch basierend auf einer Vorlage und natürlich der begehrte Preis für den Besten Film. Damit verwies die etwas andere Geschichte eines psychopathischen Killers und eines alternden Sherrifs den weiteren großen Favoriten There Will Be Blood von Paul Thomas Anderson auf die Plätze, nicht aber ohne diesem den verdienten Preis für den Besten Hauptdarsteller zu überlassen, den sich Daniel Day-Lewis redlich verdient hat. Bei den Damen der Schöpfung ging Cate Blanchett trotz zweifacher Nominierung leer aus. Abtreten musste sie den begehrten Goldjungen an Tilda Swinton in Michael Clayton (Beste Nebendarstellerin), die sichtlich überrascht und gerührt war, sowie an Marion Cottilard für ihre Performance in La Vie En Rose (Beste Hauptdarstellerin).

Da die Oscars in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag feiern, wurde das Programm aufgelockert durch Einspieler, die einen Überblick über die schönsten, ergreifensten und manchmal auch traurigsten Momente der letzten 80 Jahre gaben. Besonders gelungen war die (zwar vom Programm vollkommen deplatzierte) Übersicht über sämtliche Bester Film – Gewinner. Nachdenklich stimmten hingegen die Worte des für sein Lebenswerk mit dem Ehrenoscar ausgezeichneten Robert Boyle, künstlerische Leitung vieler großer Filme wie z.B. North By Northwest, der immerhin 98 Jahre ist und seit 70 im Filmbiz, sowie ein Clip über die im vergangenen Jahr von uns gegangenen Rädchen der Film-Industrie, etwa Größen wie Ingmar Bergmann oder Heath Ledger.   

Besonders erfreulich für den deutschen Film ist der Sieg der deutsch-österreichischen Koproduktion Die Fälscher von Stefan Ruzowitzky als Bester ausländischer Film.

Die weiteren Gewinner gibt es folgend kurz und knapp aufgelistet:

Best animated feature film of the year
“Ratatouille” (Walt Disney): Brad Bird

Achievement in art direction
 “Sweeney Todd The Demon Barber of Fleet Street” (DreamWorks and Warner Bros., Distributed by DreamWorks/Paramount): Art Direction: Dante Ferretti; Set Decoration: Francesca Lo Schiavo

Achievement in cinematography
“There Will Be Blood” (Paramount Vantage and Miramax): Robert Elswit

Achievement in costume design
“Elizabeth: The Golden Age” (Universal) Alexandra Byrne

Best documentary feature
“Taxi to the Dark Side” (THINKFilm) An X-Ray Production: Alex Gibney and Eva Orner

Best documentary short subject
“Freeheld” A Lieutenant Films Production: Cynthia Wade and Vanessa Roth

Achievement in film editing
“The Bourne Ultimatum” (Universal): Christopher Rouse

Achievement in makeup
“La Vie en Rose” (Picturehouse) Didier Lavergne and Jan Archibald

Achievement in music written for motion pictures (Original score)
“Atonement” (Focus Features) Dario Marianelli

Achievement in music written for motion pictures (Original song)
“Falling Slowly” from “Once” (Fox Searchlight) Music and Lyric by Glen Hansard and: Marketa Irglova

Best animated short film
“Peter & the Wolf” (BreakThru Films) A BreakThru Films/Se-ma-for Studios Production Suzie Templeton and Hugh Welchman

Best live action short film
“Le Mozart des Pickpockets (The Mozart of Pickpockets)” (Premium Films) A Karé Production: Philippe Pollet-Villard
                                                                                                                                                                                       

Achievement in sound editing
“The Bourne Ultimatum” (Universal): Karen Baker Landers and Per Hallberg

Achievement in sound mixing
“The Bourne Ultimatum” (Universal) Scott Millan, David Parker and Kirk Francis

Achievement in visual effects
“The Golden Compass” (New Line in association with Ingenious Film Partners): Michael Fink, Bill Westenhofer, Ben Morris and Trevor Wood

Original screenplay
“Juno” (Fox Searchlight), Written by Diablo Cody
  

Hot Shots

Posted in Film with tags , , , , on 3. Februar 2008 by Jarra

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Besser spät als nie. Heute gibt es wieder auf StrayDogs Pictures aktuelle Filmbewertungen für den Monat Januar, kurz und bündig. Womit beginnt das neue Jahr? Highlights sind Eastern Promises, Todeszug nach Yuma und weitere!