Archive for the Misc Category

Auf der anderen Seite

Posted in Misc with tags , , , , on 13. April 2010 by Jarra

Auf zu neuen Horizonten. Jamming With Jarra zieht nach über drei Jahren auf seinen eigenen Webserver und wird von jetzt an dort fortgeführt. Ich sehe euch dort – auf der anderen Seite!

Hi, Mom!

Posted in Misc, Studium with tags , , on 8. September 2009 by Jarra

Zeit zum Feiern! Heute: Der 100. Beitrag auf Jamming With Jarra. Und wie feiern wir das? Wir verbinden es direkt mit der halb traurig stimmenden, halb tröstlichen Nachricht, dass das Studium an der MHMK just diesen Monat endet und veröffentlichen angemessenerweise…na? Nein, nicht einen Film. Denn wie das geht, müssen wir noch lernen. Außerdem lassen die Abschlussflicks noch auf sich warten, weshalb uns die MHMK sicher ohnehin noch lang genug heimsuchen begleiten wird.

Stattdessen gibts heute einmal Buchstabensuppe, mein Fazit zum Thema Twitter und eine sicherlich nicht allzu autobiografische Geschichte (natürlich nicht…) aus dem Leben eines Studenten. Prost! Auf die nächsten Einhundert!

 

Ich, Batman
Oder Aus dem Leben eines Twitter-Wesens
 

Licht fällt durch die halb geöffneten Jalousien. Ich blinzle. Gähne unwillkürlich. Mein Mund schmeckt nach Aschenbecher. Mag an dem Aschenbecher liegen, auf dem ich geschlafen habe. Promille pumpen durch meine Adern. Dezibel rauschen durch meine Gehörgänge. Nichts gewohnt, der Jung. Hör ich sie sagen. Oma.

Eigentlich ein Grund, nicht zur Vorlesung zu gehen, denke ich mir und will mich fast ein weiteres Mal herumdrehen. Ich lege die Stirn in Falten, drehe mich auf den Rücken und schaue verstört zur Zimmerdecke. Die Kuscheldecke bis über die Nase gezogen. Eine ausgebrannt, verschwommene Möchtegernkarikatur von Stephen Hawking starrt zurück. Deckenspiegel. Skeptisch beäuge ich die Umgebung. Ein Griff neben mich fördert meine Brille zu Tage. Durchblick. Wo bin ich? Kein Plan. Ganz ruhig. Nach einer Entführung sieht es nicht aus. Okay, Lage sondieren. Lehrbücher auf dem Tisch, check. Einstein an der Wand, check. Tote Topfpflanzen, check. Eine akkurat aufgereihte Sammlung Ü-Eier Figuren, check. Josh Hartnett, bauchfrei, im Fotorahmen. Fast wie zuhaus.         

Aber nur fast, denn neben mir regt sich etwas. Ich hebe die Decke leicht an. Eine nackte Frau. Kenne ich nicht. Sollte ich aber. Denn ich bin auch nackt. Wie ein Blick unter meine Decke bestätigt. Hübsch, sie. Nur: Wer ist sie? Wichtiger: Wer bin ich? Ich bin jung. Ich bin hip. Ich bin Batman.

Tragischer Held meines eigenen Schicksals. Opfer der industriellen Menstruation. Geisel der Popkultur. Groß. Kahl. Gutaussehend. Muskelbepackt. Sind andere. Vollkommen. Und überbewertet. Bei mir ist Name noch Programm: Bernd. Buschmann. Zurück unter die Decke. 

Denk stark nach. Gestern. Nacht. Bachelorarbeit. Fertig. Vier Monate vor Abgabe. Gelacht. Mich vor Stolz nass gemacht. Zur Feier des Tages einen heben. Welt retten. Noch einen heben. Angemacht von Typen. Abgeschleppt von Unbekannter. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.

Müsste ja zur Vorlesung. Heut mal egal. Einfach aussitzen. Muss aber pinkeln. Einfach ausschwitzen. Klappt nicht.

Darauf bedacht nicht groß aufzufallen, schwinge ich meine Beine aus dem Bett und trete fest auf. Auf ein stachelförmiges Etwas. Ein Fest. Ich unterdrücke einen Fluch und freue mich stattdessen, dass meine Kopfschmerzen jetzt nicht mehr so allein sind. Halb humpelnd, halb schleichend bahne ich mir meinen Weg durch das dschungelhafte Zimmer. Unterwegs treff ich Spitzenunterwäsche, Doppel D BH und nen Gürtel mit Rosen drauf. Irrtum. Sommerock. Gar Lieblich. Ich. Nackt. Es zieht. Bisschen kalt. Es drückt. Erstmal Erleichterung schaffen. Runterkommen.

Verschwinde in dem Raum, der ein Männeken Piss auf der Tür aufweist.  Muss an den Typen auf dem Klo denken. Der an meinen Po wollte. Sagte er zumindest. Höflich. Homosexuell. Kann passieren. Nicht mein Fall. Jedem das Seine. Genau.

Ich pinkle im Stehen. Pupse. Kratze mich am Po. Dann klappe ich den Deckel hoch. Die Hände wasche ich mir nicht. Bakterien am Wasserhahn. Betrachte aber mein Gesicht im Spiegel. Flaschenböden. Dahinter: Leere Augenhöhlen. Mundwinkel hängen. Male mir mit geborgtem Lippenstift ein Lächeln auf den Spiegel. Ich streiche mir über die Stirn. Ein schwarzer Fleck bleibt zurück. Pest? Ich reibe und reibe, doch er erscheint immer wieder neu. Dann begreife ich, dass der Übeltäter in meiner Hand zu finden ist. Überredet. Händewaschen. Komisch, gestern hatte ich da noch kein Muttermal. Moment, Muttermale färben auch nicht ab. Und bilden auch nur selten Strichlisten in der Handfläche. Ah. Jetzt. Mein Bierdeckel. Hatte ich schon vermisst. Irgendwann muss mir der Platz ausgegangen sein. Vorsichtshalber checke ich die andere Hand. Leer. Wie meine Geldbörse. Vermutlich. Nein. Hand voll. Nase auch. Putzen. Dann zurück zur Hand: Vier dicke Letter. C H R I S. Drei Ausrufezeichen. Weitsichtig. Ihr Name? Sicher. Schlau. Was ne Party. Reicht erstmal. Bis zur Rente.

Wie in einem dieser Träume: Wir gingen nur was Trinken. Plötzlich: Alle nackt. Komisch. Windig. Kannt ich nicht. War aber okay. Fürs erste Mal. Glückspilz. Wenn ich nur die Details noch wüsste. Ärgerlich. Man bezahlt einen Haufen. Kohle. Nur um sich nicht mehr zu erinnern. Kommt alles wieder. Na ja. Oma nicht. Kommt Zeit. Kommt Rat. Keine Sorge.

Erstmal zur Vorlesung. Oder? Erstmal am Kopf kratzen. Das tut gut. Aber nachdenklich bleibe ich doch. Schwere Entscheidung. Dumme Sache.

Zurück: Ich bleib dabei. Ich bleib. Nicht. Vielleicht. Mal sehen. Wo wir gerade dabei sind: Chris. Die Schläferin. Rassig. Geheimnisvoll. Bis zur Nasenspitze zugedeckt. Ich tippe auf: Heilige. Oder Seelsorgerin. In jedem Fall: Retterin in der Not. Ich starre. Sie schläft. Göttlich. Ich wage noch einen kleinen Blick unter die Decke. Mit weichen Knien und hartem Verlangen. Sicherheitshalber. Dass die Chris nicht der Chris ist. Sehr gut. Sie. Dreht sich im Bett. Ich. Verharre. Sie. Schnarcht. Leise. Eine Schönheit. Wie im Paradies. Ich muss tot sein. Der Tod riecht nach Schweiß. Stelle ich beim Schnüffeln an meiner Axel fest. Das Zimmer erscheint wie der Himmel. Brille geputzt. Schade. Sie schmatzt. Und pupst. Sie darf das. Die Strauchdiebin meiner Jungfräulichkeit. Das zersauste Bett. Wie die Landkarte unserer nächtlichen Safari. Ins Reich der Sinne. Schlüpfriger Norden. Staubtrockener Süden. Dazwischen nur gebrochene Latten. Spritztour. Von kurzer Dauer. Treibstoffmangel. Ich ziehe eine Grimasse und verschwinde durch eine Saloontür in der Küche.

Howdy Partner. Ein Typ mit offener Schädeldecke. Und kleinem Glied. Leblos. Starrt mich an. Bruder, hilf mir, scheint er zu flehen. Einbildung. Versuchsmensch. Puppe für große Mädchen. Ich tauf ihn John. Gummi-und-Plastik-John. Verstehe. Medizinstudentin. Doktorspiele. Ich hau John siegessicher auf die Schulter. Schulter fällt ab. Einarmiger Bandit. Made in Taiwan.

Der Kühlschrank spendet frischen Orangensaft. Die Kühlschranktür spendet Verwirrung. Polaroidfotos. Kühlschrankmagnete. Ich. Auf einem der Fotos. Mit offenem Mund. Und offener Hose.

Es hätt so ein schöner Abend sein können. Wie immer. Am Schreibtisch. An der Hausarbeit. Ich. Mit meinem Freund. Der imaginäre Rolf. Geh einen Trinken, hat er gesagt. Sieh was von der Welt, hat er gesagt. Ich bereue nichts. Mh. Mehr Fotos.

Vielleicht bereue ich doch. Glücksbärchi Boxershorts. Schon cool. So auf dem Kopf. Karaoke. Luftgitarre. Arschgeige. Die Ein-Bernd-Band. Afterhour. Im braunen Salon. Oh my lovely Mister Singingclub. Was ich mir dabei wohl gedacht habe? Ich schau verstohlen zu John. Wort- und armlos starrt er zurück. Ich glaub, ich werd rot. Könnte auch der O-Saft sein, der gar keiner ist, sondern Vodka O. Ohhhh, entfährt es mir. Etwas krabbelt meine Magenwände hoch. Es ist glitschig. Und klumpig zugleich. Ich schlucke. Mich wundert nichts mehr. Auch nicht, dass Chris’ Perso sie als Sabrina ausweist. Der auf dem Küchentisch liegt. Mh. Hey. Schon klar. Ausweis verloren. Bei Zwillingsschwester geborgt. Oder Undercoveragentin. Wie Sandra Bullock. Chris. Vielleicht auch nur ihr fester Freund. Der mich zu Klump haut. Wenn er mich hier mit John erwischt. Kurzer Kühlschrankfoto – Check. Okay. Alle schmächtig. Die Typen. Außer dem Mops. Oben rechts. Der ist drollig. Behaart. Und ein Hund. Trotzdem. Kein Durchatmen. Meine Spinnensensoren schlagen Alarm.

Denn: Jetzt erst wird mir das unerbittliche Ticken in meinem Kopf bewusst. Bombe. Nein. Küchenuhr. 8:30. Schweiß bricht aus. Gesellt sich zu dem Alten. Cool bleiben. Gleich fängt die Vorlesung an. Ich halt’s nicht mehr aus. Dieses dumme Stück Pflichtgefühl in meinem Schädel. Da muss der Kopfschmerz her kommen. Ich beneide John, den hohlen Kopf. Der grinst vor sich hin.

Ich könnt ja was verpassen. Locker. Geh doch heut einfach mal nicht hin. Sing ein Lied. Klar. Mein Verstand rast neunzig Kilometer pro Stunde. Der könnt es noch rechtzeitig schaffen.  

Ungeschickt, halb panisch wie ich nun mal bin, suche ich mir meine Klamotten zusammen, die über das Zimmer verteilt sind. Falle beinahe hin, als ich versuche in mein Hemd zu steigen. Nacken steif. Verwende die Socken als Fäustlinge. Stehgreif. Die Boxershorts auf dem Kopf gehört ja bereits zum guten Ton. Trendsetter. Irgendwas fehlt. Abgesehen von Deo. Und Mundspray. Meine beige Cordhose. Ein Blick aus dem Fenster bestätigt: Baum. Das letzte Mal muss ich so exstatisch gewesen sein, als ich meinen ersten Milchzahn bekommen hab. Muss meinen Blick von der Venus im Bett trennen. Meine unruhigen Blicke überfliegen das Inventar. Mein überreifer Verstand überfliegt die Optionen. Einstein streckt mir die Zunge entgegen. Du bist reif. Relativ.

Frische Luft schlägt mir vor der Haustür entgegen. Fährt unter meinen Sommergürtelrosenrock. Ein laues Lüftchen. Belebend. Die Vöglein zwitschern. Niemand zu sehen. Gut. Außer einem Zeitungsautomaten. Der mich frontal anstarrt. „Schlagzeile: Studie bestätigt: Studenten arm dran.“ Armer John. Darunter: „Heute: Christopher Street Day.“ Mh. CSD. Die Ausrufezeichen denk ich mir dazu. Zeitung: Bild. Am Sonntag. Die Tür fällt hinter mir ins Schloss. Das Geräusch hallt noch lange nach.

They Live By Night

Posted in Misc, Projekte, Studium with tags , , , , , , on 23. Februar 2009 by Jarra

 Heute gibt es mal wieder eine gemischte Tüte an News.

Kölscher Karneval liegt in den letzten Zügen (zumindest bei mir) und die Oscarnacht weicht der morgendlichen Dämmerung.

Die wichtigsten Gewinner:

Bester Hauptdarsteller SEAN PENN (Milk)

Beste Hauptdarstellerin KATE WINSLET (Der Vorleser)

Bester Nebendarsteller HEATH LEDGER (The Dark Knight)

Beste Nebendarstellerin PENÉLOPE CRUZ (Vicky Cristina Barcelona)

Beste Kamera ANTHONY DOD MANTLE (Slumdog Millionär)

Beste Regie DANNY BOYLE (Slumdog Millionär)

Bester Film SLUMDOG MILLONÄR

Wie sich abzeichnet, ist Slumdog Millionär der Abräumer des Abends, wie aber auch bereits die meisten Prognosen vorher gesehen haben. In meinen Augen war es ebenfalls ein ergreifender Film, der mir durch seine Vorhersehbarkeit jedoch leider das Ende etwas vermiest hat. Da ich die Konkurrenz jedoch bislang nicht sichten konnte, halte ich mich noch mit einem Urteil zurück, ob der Film seinen Oscarregen verdient hat oder nicht. Jedenfalls hat Heath Ledger wie erwarten als zweiter Darsteller aller Zeiten seinen Oscar postum verliehen bekommen. Seine gläzende Leistung als Joker in The Dark Knight wird uns ewig in Erinnerung bleiben, weshalb die Auszeichnung als berechtigt anzusehen ist. Im Großen und Ganzen lässt sich aber festhalten, dass die Oscars keine große Überraschung bereithielten.

An Innovationsarmut mangelt es im Moment der Videospiel-Branche sicher nicht. Bislang wurde der Markt von Riesen wie  EA und Activision Blizzard bestimmt, in letzter Zeit sind aber so einige kleine Independent-Perlen erschienen, die das wenige Budget, das zur Verfügung steht, durch tolle Einfälle und unverbrauchtes Gameplay wieder wett machen. Ähnlich wie beim Independentfilm bleibt zu hoffen, dass diese Bewegung der gesamten Industrie einen Tritt in die richtige Richtung geben kann, anstatt eine Fortsetzung nach der anderen vom Stapel zu lassen. Unbedingt testen solltet ihr also Crayon Physics Deluxe, Braid und Aquaria. Absolut kein Weg führt vorbei an World Of Goo! Anspielpflicht! Demos stehen auf den jeweiligen Websites bereit.

Noch eine Woche, dann startet inoffiziell das letzte Semester an der MFM bzw. inzwischen MHMK Köln. Mein Entwurf zu Natural Selection ist eine Runde weitergekommen und befindet sich nun in der Treatment-Phase. Es bleibt also spannend, welche vier Kandidaten sich von den verbliebenen zehn werden durchsetzen können. Zudem erwarten uns die Prüfungsergebnisse vom Praxissemester – betreffend Praktikumsbericht und Semesterarbeit, die ich dem Nachfolger des Film noir gewidmet habe, dem Neo-Noir. Bei Interesse werde ich diese Publikation bei Gelegenheit im Blog implementieren. Ein großes Fragezeichen bildet im Moment noch die Frage, wie es nach dem Studium weiter gehen wird. Wo wird mich der Strom hinziehen? Ich bin noch komplett offen und ehrlich gespannt, was mich erwartet.

Auch auf die StrayDogs wartet eine Veränderung, genau wie auf den Blog, dazu aber ein andermal mehr, spätestens zur Fertigstellung von On The Rocks, der noch eines weiteren Drehtags bedarf.

In diesem Sinne an alle Jecken da draußen (und natürlich auch an alle anderen), ALAAF!

 

Four Rooms

Posted in Misc with tags , on 31. Dezember 2008 by Jarra

Ein weiteres Jahr liegt somit hinter uns. Ein zugleich produktives wie ereignisreiches Jahr 2008, und in dieser Tradition wollen wir es natürlich auch mit 2009 halten. Seid schon einmal gespannt auf die kommenden Neuankündigungen und Erneuerungen auf der Website – etwa die Rückkehr der viel zu lang abstinenten Filmbewertung des Monats. Insofern: Guten Rutsch, euch allen! Wir sehen uns im neuen Jahr!

Die Hard

Posted in Misc, Studium with tags , , , on 16. August 2008 by Jarra

Schon seit Längerem gab’s keine Filmbewertungen mehr, der Aids-Dreh-Erlebnisbericht lässt auf sich warten, nix neues aus dem Hause StrayDogs Pictures. Woran liegts? Hauptsächlich daran, dass mein Praktikumssemester begonnen hat – und mein Betrieb mich entsprechend einspannt. 40 Stunden-Woche adé! Hier wird mit harten Bandagen gekämpft. Muss man wohl durch…neben Drehbegleitung und Fahrdiensten, fällt mir dabei auch Recherche und Schnitt zu, sowie ab und an mal das Führen der Kamera. Wie gesagt, im Moment ist alles noch etwas stressig, inklusive Wochenenddrehs, etc., aber ab September stoßen zwei weitere Praktikanten dazu, vielleicht entspannt sich die Lage dann etwas und die längst überfälligen Artikel können endlich fertiggestellt werden. Bis dahin, stay tuned!

UPDATE: Ab jetzt mitvoten! Anti Aids Clip Jede Sekunde zählt online! HIER klicken!

Winners & Sinners

Posted in Film, Misc with tags , , , , on 25. Februar 2008 by Jarra

Gestern nacht war es also mal wieder soweit: Die begehrten Academy Awards wurden im Kodak Theatre in L.A. unter die Leute gebracht. Eine überwiegend interessante, wenn auch wenig überraschende Show, bei der zwar auf technischer Seite das ein -oder andere durchging (wer auch immer die Sponsorenlogos am Anfang auf dem Gewissen hat, ist heute mit Sicherheit auf Jobsuche), die Stars und Sternchen von Hollywood allerdings glänzen konnten. Ich habe natürlich keine Kosten und Mühen gescheut um Live vor Ort zu berichten und einige Fotos vom roten Teppich zu schießen…hab’s dann aber doch lieber sein lassen und das Ganze nur am heimischen Fernseher verfolgt. Ein strammes Programm von halb 3 bis 6 Uhr morgens, aber immerhin hat es sich gelohnt. Wie zu erwarten hat sich der große Favorit No Country For Old Men der Coen-Brüder durchgesetzt, und zwar direkt in vier Kategorien: Beste Regie, Bester Nebendarsteller (für Javier Bardem), Bestes Drehbuch basierend auf einer Vorlage und natürlich der begehrte Preis für den Besten Film. Damit verwies die etwas andere Geschichte eines psychopathischen Killers und eines alternden Sherrifs den weiteren großen Favoriten There Will Be Blood von Paul Thomas Anderson auf die Plätze, nicht aber ohne diesem den verdienten Preis für den Besten Hauptdarsteller zu überlassen, den sich Daniel Day-Lewis redlich verdient hat. Bei den Damen der Schöpfung ging Cate Blanchett trotz zweifacher Nominierung leer aus. Abtreten musste sie den begehrten Goldjungen an Tilda Swinton in Michael Clayton (Beste Nebendarstellerin), die sichtlich überrascht und gerührt war, sowie an Marion Cottilard für ihre Performance in La Vie En Rose (Beste Hauptdarstellerin).

Da die Oscars in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag feiern, wurde das Programm aufgelockert durch Einspieler, die einen Überblick über die schönsten, ergreifensten und manchmal auch traurigsten Momente der letzten 80 Jahre gaben. Besonders gelungen war die (zwar vom Programm vollkommen deplatzierte) Übersicht über sämtliche Bester Film – Gewinner. Nachdenklich stimmten hingegen die Worte des für sein Lebenswerk mit dem Ehrenoscar ausgezeichneten Robert Boyle, künstlerische Leitung vieler großer Filme wie z.B. North By Northwest, der immerhin 98 Jahre ist und seit 70 im Filmbiz, sowie ein Clip über die im vergangenen Jahr von uns gegangenen Rädchen der Film-Industrie, etwa Größen wie Ingmar Bergmann oder Heath Ledger.   

Besonders erfreulich für den deutschen Film ist der Sieg der deutsch-österreichischen Koproduktion Die Fälscher von Stefan Ruzowitzky als Bester ausländischer Film.

Die weiteren Gewinner gibt es folgend kurz und knapp aufgelistet:

Best animated feature film of the year
“Ratatouille” (Walt Disney): Brad Bird

Achievement in art direction
 “Sweeney Todd The Demon Barber of Fleet Street” (DreamWorks and Warner Bros., Distributed by DreamWorks/Paramount): Art Direction: Dante Ferretti; Set Decoration: Francesca Lo Schiavo

Achievement in cinematography
“There Will Be Blood” (Paramount Vantage and Miramax): Robert Elswit

Achievement in costume design
“Elizabeth: The Golden Age” (Universal) Alexandra Byrne

Best documentary feature
“Taxi to the Dark Side” (THINKFilm) An X-Ray Production: Alex Gibney and Eva Orner

Best documentary short subject
“Freeheld” A Lieutenant Films Production: Cynthia Wade and Vanessa Roth

Achievement in film editing
“The Bourne Ultimatum” (Universal): Christopher Rouse

Achievement in makeup
“La Vie en Rose” (Picturehouse) Didier Lavergne and Jan Archibald

Achievement in music written for motion pictures (Original score)
“Atonement” (Focus Features) Dario Marianelli

Achievement in music written for motion pictures (Original song)
“Falling Slowly” from “Once” (Fox Searchlight) Music and Lyric by Glen Hansard and: Marketa Irglova

Best animated short film
“Peter & the Wolf” (BreakThru Films) A BreakThru Films/Se-ma-for Studios Production Suzie Templeton and Hugh Welchman

Best live action short film
“Le Mozart des Pickpockets (The Mozart of Pickpockets)” (Premium Films) A Karé Production: Philippe Pollet-Villard
                                                                                                                                                                                       

Achievement in sound editing
“The Bourne Ultimatum” (Universal): Karen Baker Landers and Per Hallberg

Achievement in sound mixing
“The Bourne Ultimatum” (Universal) Scott Millan, David Parker and Kirk Francis

Achievement in visual effects
“The Golden Compass” (New Line in association with Ingenious Film Partners): Michael Fink, Bill Westenhofer, Ben Morris and Trevor Wood

Original screenplay
“Juno” (Fox Searchlight), Written by Diablo Cody
  

Something Old, Something New, Something Borrowed, Something Blue

Posted in Misc, Projekte with tags , , , , , on 20. November 2007 by Jarra

Alles wird sich ändern. Nach einem Jahr StrayDogs Pictures – Website (www.freepler.de/straydogs) geht zusätzlich mein brandneuer Blog, Jarra’s Log, an den Start. Na ja, so brandneu ist er vielleicht nicht, da er im Moment hauptsächlich aufgefüllt wird mit Einträgen aus dem Blog der oben erwähnten Site. Und ja, ich geb’s zu, das ein oder andere ist auch von dort geborgt. Dennoch, Jarra’s Log ist in erster Linie als Ergänzung zur Homepage gedacht und wird in Zukunft durchaus einige eigenständige Einträge wie diesen hier erhalten. Mh…ach ja, übrigens haben die Arbeiten an dem komplett neuen Drehbuch zu Blaue Linien begonnen. Vielleicht gibt es an dieser Stelle demnächst exklusiv die ersten Auszüge. Vorbeischauen lohnt sich!

 

 

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